Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen"

Fraunhofer-Studie: Open Data treibt E-Demokratie voran

Berlin (ots) - Der digitale Bürger will mitreden - bei politischen Prozessen und kommunalen Entscheidungen. Wie die "Ausgezeichneten Orte im Land der Ideen" ihm dabei helfen, zeigt die aktuelle Fraunhofer-Trendstudie, die auf der Analyse der Wettbewerbssieger basiert.

Alle paar Jahre zur Wahlurne - und das war es dann mit politischer Mitbestimmung? Den meisten Bürgern ist das zu wenig. Sie wollen mitmischen, wenn es um lokale oder überregionale Politik geht. Dank digitaler Technologien fällt das leichter denn je. Vom Bürgerhaushalt über Online-Petition bis zum Blog für digitale Bürgerrechte wie dem "Ausgezeichneten Ort" netzpolitik.org: Das Internet lässt Informationen zwischen Bürgern, Gemeinden und politischen Entscheidern fließen. Das belegt auch die Trendstudie im Auftrag der Deutschen Bank, die das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zum Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" verfasst hat.

"Im digitalen Zeitalter wird Wissen zur globalen Ressource. Diesen Schatz allen Bürgern barrierefrei zugänglich zu machen, ist auch Aufgabe der Politik und der Gemeinden", sagt Professor Anette Weisbecker, stellvertretende Leiterin des Fraunhofer IAO. Ihre These: Wer sich über Verwaltungsprozesse und politische Entscheidungsfindungen informieren kann, engagiert sich eher für seine Gemeinde. Ein Einsatz, auf den Kommunen künftig nicht verzichten können, so Anette Weisbecker. "Bürger und Kommunen müssen ihr Wissen teilen und sich vernetzen, damit Gemeinden fit für den digitalen Wandel werden."

Open Government zündet neue Ideen

Die Hälfte der Deutschen nutzt laut forsa-Umfrage das Internet, um Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen: Jeder vierte Bürger (24 Prozent) hat schon an einer E-Petition teilgenommen. 14 Prozent waren im Internet bei politischen Diskussionen oder Abstimmungen dabei. Und 17 Prozent haben sich online bei ihrer Gemeindeverwaltung beschwert oder ihr Verbesserungen vorgeschlagen (1). Open Data ist laut Fraunhofer-Studie der Schlüssel für noch mehr Bürgerbeteiligung: Öffentliche Verwaltungsdaten werden frei zugänglich gemacht, bringen Bürger und Gemeinden ins Gespräch und neue Lösungen ins Rollen.

Neue digitale Konzepte unterstützen bereits viele Kommunen dabei, Open Data für eigene E- Government-Angebote zu nutzen. Zum Beispiel "Politik bei uns: Kommunalpolitik für Dich", von der Deutschen Bank und der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" prämiert als "Ausgezeichneter Ort": Das Ratsinformationssystem liefert Verwaltungsdaten, auf deren Grundlage Städte und Gemeinden Informationsplattformen für ihre Bürger erstellen können. Den digitalen Austausch zwischen engagierten Usern und politischen Entscheidern fördern Dialog- Portale wie opendoors, die kostenlose Open-Source-Plattform für Bürgerbeteiligung, ebenfalls unter den "Ausgezeichneten Orten 2015".

"Jeder Bürger sollte schnell und kostenlos auf Open-Government-Angebote seiner Kommune zugreifen können", sagt Anette Weisbecker. Diesem Trend könnten sich Gemeinden nicht entziehen. "Durch mehr Bürgerbeteiligung wird politisches Handeln künftig effizienter und demokratischer gestaltet werden."

(1) Meinungsforschungsinstitut forsa für das "Wissenschaftsjahr 2014 - die Digitale Gesellschaft", Umfrage unter 1.010 Bundesbürgern, Mai 2014

Die vollständige Studie finden Sie unter: http://trendreport.deutschland-vernetzt.de/

Eine Bildergalerie mit den "Ausgezeichneten Orten" zum Thema sowie weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie auf http://www.deutschland-vernetzt.de/

Über den Wettbewerb

Neue Lösungen für eine vernetzte Zukunft sucht der Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" 2015: Unter dem Motto "Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt" würdigen die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und die Deutsche Bank die 100 besten Projekte aus Deutschland, die einen besonderen Beitrag zum digitalen Wandel leisten.

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