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Altersvorsorge-Depot: Erste Anbieter werben um Kunden – Finanztip rät Verbrauchern zu Geduld

Pressemitteilung

Altersvorsorge-Depot: Erste Anbieter werben um Kunden – Finanztip rät Verbrauchern zu Geduld

Berlin, 29.08.2026 – Erste Anbieter buhlen bereits Monate vor dem Start des neuen Altersvorsorge-Depots (AV-Depot) um Kunden. Scalable Capital hat ETF-Sparen für 0,15 Prozent Kosten in Aussicht gestellt und eine Vorregistrierung samt Gewinnspiel gestartet. Die ING führt eine Warteliste und große Sparkassen raten, einen Termin in der Filiale zu vereinbaren. Weitere Anbieter wollen nach Informationen von Finanztip bald mit Produktdetails nachziehen. Der unabhängige Geldratgeber empfiehlt, weitere Angebote abzuwarten und sich nicht zu früh festzulegen. Für die staatliche Förderung besteht dadurch kein Nachteil.

„Der frühe Wettbewerb ist grundsätzlich gut für Verbraucher“, sagt Saidi Sulilatu, Chefredakteur von Finanztip. „Gerade weil es beim AV-Depot um einen Vertrag geht, der oft über Jahrzehnte laufen soll, ist ein genauer Blick auf alle Angebote entscheidend – inklusive ihrer Kosten, Leistungen und der zu erwartenden Rendite. Immerhin kann man aber später den Anbieter noch wechseln.“ Für den langfristigen Vermögensaufbau empfiehlt Finanztip grundsätzlich passive, weltweit streuende Aktien-ETFs. Beim Vergleich der neuen AV-Depots kommt es deshalb neben den Kosten entscheidend darauf an, welche Anlageprodukte tatsächlich zur Verfügung stehen.

Abgeschlossen werden können die neuen Produkte erst ab 2027 – auch wenn Werbeangebote womöglich Handlungsdruck erzeugen. Neben Neobrokern und Banken buhlen ab Herbst auch Versicherer und weitere Finanzdienstleister um die Gunst der Kunden.

Markt formt sich erst – informierte Entscheidung ab Anfang 2027 treffen

Scalable Capital hat in der vergangenen Woche den Preiskampf um das neue AV-Depot gestartet. Für sein Standarddepot will der Neobroker keine Gebühr verlangen. Auch die damit besparten ETFs sollen im ersten Jahr gebührenfrei sein und anschließend lediglich 0,15 Prozent jährlich kosten. Seit dieser Woche können sich Kunden für das AV-Depot vorregistrieren. Scalable Capital verbindet diese Vorregistrierung mit einem Gewinnspiel. „Von einer solchen Marketingaktion sollte man sich nicht zu einer vorschnellen Entscheidung verleiten lassen. Der Markt entwickelt sich erst noch. Bis zum Start im Jahr 2027 bleibt genug Zeit, die Angebote in Ruhe zu vergleichen“, sagt Sulilatu.

Riester-Sparer sollten Wechselangebote genau prüfen

Vor allem Riester-Sparer sollten in den kommenden Wochen aufmerksam sein. Finanztip geht davon aus, dass viele Riester-Kunden von ihrem Anbieter angeschrieben und über Wechselmöglichkeiten informiert werden. „Für viele Riester-Sparer kann sich ein Wechsel zum AV-Depot lohnen, aber auch hier sollte man die Produkte vorher gründlich vergleichen“, sagt Sulilatu. Ob ein Übertrag in das neue System sinnvoll ist, können Riester-Kunden mit einem kostenlosen Finanztip-Vergleichsrechner online prüfen.

Kostenunterschiede können schnell mehr als 20.000 Euro ausmachen

Wie stark sich Kostenunterschiede beim AV-Depot über Jahrzehnte auswirken können, zeigt eine Finanztip-Modellrechnung: Bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent pro Jahr vor Kosten wächst das Vermögen einschließlich der staatlichen Zulagen bei Effektivkosten von 0,1 Prozent auf rund 145.000 Euro. Zum Vergleich: Bei Effektivkosten von 0,6 Prozent sind es rund 133.000 Euro, bei einem Prozent rund 124.000 Euro.

Methode und Hintergrund

Angenommen wurde dafür eine 1990 geborene Person mit einem Jahresbruttoeinkommen von 40.000 Euro, die bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren monatlich 150 Euro in ein Altersvorsorge-Depot einzahlt. Die Modellrechnung zeigt: Gerade bei einem Produkt, das über Jahrzehnte laufen soll, können auch vermeintlich kleine Kostenunterschiede einen erheblichen Unterschied machen.

Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag zahlt der Staat 50 Cent je eingezahltem Euro hinzu. Für jeden weiteren Euro bis maximal 1.800 Euro erhalten Sparer 25 Cent. Zusätzlich sind unter bestimmten Voraussetzungen Kinderzulagen möglich.

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Über Finanztip

Finanztip ist Deutschlands führender Geldratgeber. Finanztip zeigt, wie man seine Finanzen einfach selbst machen kann. Dafür recherchiert eine unabhängige Redaktion aus Expertinnen und Experten rund um die Chefredakteure Hermann-Josef Tenhagen und Saidi Sulilatu relevante Finanzthemen: von Geldanlage, Versicherung und Kredit über Energie, Medien und Mobilität bis hin zu Reise, Recht und Steuern. Die Redaktion arbeitet nach einem strengen  Redaktionskodex. Das Angebot von Finanztip ist kostenlos und umfasst einen  wöchentlichen Newsletter sowie eine Website mit über 1.000 fundierten Ratgebern und konkreten Empfehlungen. Darüber hinaus bietet Finanztip einen  YouTube-Kanal, den Podcast  „Finanzen ganz einfach“ sowie umfangreiche Angebote auf den sozialen Kanälen. Jede Woche nutzen Millionen von Menschen die digitalen Angebote und Informationen von Finanztip. Finanztip ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung, deren Stiftungszweck es ist, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern.
Pressekontakt:
Finanztip Verbraucherinformation GmbH - ein Unternehmen der Finanztip Stiftung
Hasenheide 54
10967 Berlin
Telefon: 030 / 220 56 09 - 80
http://www.finanztip.de/presse/

Geschäftsführer: Dr. Simon Bründl, Stephan Link, Saidi Sulilatu, Hermann-Josef Tenhagen
Sitz der Gesellschaft: Berlin | Amtsgericht: Charlottenburg | HRB 162233 B
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