Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Faktenblatt: Bloß keinen Staub aufwirbeln

Anteil der Erwerbstätigen, die häufig Staub, Rauch, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt sind, nach Wirtschaftszweigen. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/103969 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe:... mehr

Dortmund (ots) - Staub. Im Alltag ebenso verbreitet wie unbeachtet und dennoch gefährlich. Denn Staub, Rauch, Gase und Dämpfe schädigen die Gesundheit vieler Berufstätiger. Etwa jeder achte Erwerbstätige ist bei der Arbeit häufig Staub, Rauch, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einer Detailanalyse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012. Besonders häufig betroffen sind unter anderem Männer, die in Vollzeit arbeiten, Beschäftigte im Baugewerbe oder Beschäftigte mit einem geringen Bildungsniveau. Husten, Hautreizungen und eine laufende Nase gehören zu den Beschwerden, die unter den Betroffenen wesentlich häufiger auftreten als unter den Erwerbstätigen, die nur selten mit diesen Noxen in Kontakt kommen. Diese und weitere Daten und Fakten fasst die BAuA in dem nun veröffentlichten Faktenblatt "Bloß keinen Staub aufwirbeln - Belastungen durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe" zusammen.

Rund 6.000 Fälle staubbedingter Atemwegserkrankungen werden laut BAuA-Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014" jährlich als Berufskrankheit anerkannt. Auch wenn Staub keine gefährlichen Chemikalien enthält, kann er die Gesundheit gefährden. Besonders kleine Staubpartikel können in die feinen Lungenbläschen eindringen und dort Entzündungen oder sogar Krebs hervorrufen. Gröbere Staubteilchen, die zwar nicht bis in die Lunge vordringen, können dennoch Schäden in Nase, Hals und Rachenraum verursachen. Um die Belastung durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe am Arbeitsplatz abzubilden, hat die BAuA die Daten der Erwerbstätigenbefragung differenziert nach Branchen und einzelnen Berufen ausgewertet.

Fast jeder zweite, der häufig mit komplexen Gefahrstoffen wie Staub arbeitet, fühlt sich dadurch belastet. In der Vollzeitarbeit kommen Männer mit 16 Prozent deutlich häufiger mit Staub in Kontakt als Frauen mit 9 Prozent. Eine hohe Staubbelastung tritt oftmals in Berufen auf, die nur eine geringe Qualifikation erfordern. Somit sind Erwerbstätige ohne oder mit nur einem niedrigen Schulabschluss überdurchschnittlich betroffen (19 %). Gerade im Baugewerbe (29 %) und im produzierenden Gewerbe (19 %) sind viele Erwerbstätige bei der Arbeit Staub, Rauch, Gasen und Dämpfen ausgesetzt. Von denjenigen, die mit diesen Stoffen bei der Arbeit häufig in Kontakt kommen, geben 22 Prozent ihren Gesundheitszustand mit weniger gut bis schlecht an. Mit 28 Prozent leiden doppelt so viele der Belasteten an Husten als Erwerbstätige, die nur selten unter Einfluss dieser Stoffe arbeiten. Hautreizungen und Juckreiz treten sogar dreimal so häufig auf (24 %).

Mithilfe des Einfachen Maßnahmenkonzepts Gefahrstoffe (EMKG) der BAuA lassen sich Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen am Arbeitsplatz systematisch beurteilen. Um die Beschäftigten vor gesundheitlichen Schäden durch Gefahrstoffe wie Staub, Rauch, Gase und Dämpfe zu schützen, rät die BAuA außerdem dazu, Arbeitsschutzmaßnahmen fest in die Arbeitsabläufe zu integrieren.

Das Faktenblatt "Bloß keinen Staub aufwirbeln - Belastungen durch Staub, Rauch, Gase und Dämpfe" gibt es als PDF auf der Internetseite der BAuA unter www.baua.de/arbeitsbedingungen im Bereich BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012.

Hintergrund

Bei der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2012 handelt es sich um eine repräsentative Erhebung unter 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Durch sie werden differenzierte Informationen über ausgeübte Tätigkeiten, berufliche Anforderungen, Arbeitsbedingungen und -belastungen, den Bildungsverlauf der Erwerbstätigen sowie über die Verwertung beruflicher Qualifikationen gewonnen.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz. www.baua.de

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