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Schwäbische Zeitung: Zum Schweinsteiger-Wechsel: Es bleibt ein Geschmäckle

Ravensburg (ots) - Vielleicht ist der Weggang Bastian Schweinsteigers vom FC Bayern das, was Münchens Klubchef Karl-Heinz Rummenigge so gerne eine Win-win-Situation nennt: Einerseits kassiert der FC Bayern eine stattliche Ablösesumme für einen alternden Mittelfeldspieler, der in den Planungen des aktuellen Trainers eine eher untergeordnete Rolle spielt. Andererseits kann der bald 31-jährige Urbayer zum Ausklang der Karriere noch eine Auslandserfahrung sammeln, bei der ihm ein dickes Gehalt und der Rückhalt seines künftigen Trainers sicher sind.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Dass sich Schweinsteiger, von den Bayern-Fans bei jedem Auftritt als "Fußballgott" gefeiert, am Samstag nicht persönlich von den über 60.000 in seinem Stadion verabschiedet hat, sondern erst tags darauf bei Facebook, deutet auf einen nicht völlig harmonischen Abgang hin. Er hätte da sein sollen. Ebenfalls wäre es anständig gewesen, wenn der Weltklub FC Bayern es geschafft hätte, eine Videobotschaft oder einen Zusammenschnitt der erfolgreichen gemeinsamen 17 Jahre für die Stadionleinwand zu produzieren: Szenen einer Ehe sozusagen. So bleiben offene Fragen und ein Geschmäckle.

Der Rekordmeister muss jedenfalls mit seinen künftigen Transfers vorsichtig sein. Sich zu sehr auf die Wünsche von Trainer Pep Guardiola zu fixieren, birgt die Gefahr, die Identität des Klubs zu verwässern. Keiner verkörperte das Vereinsmotto "Mia san mia" mehr als Schweinsteiger: Selbstvertrauen, Siegeswillen, Weltklasse - und Heimatverbundenheit. Wenn der Münchner Philipp Lahm 2018 aufhört, bleiben von ähnlichem Kaliber nur der Oberschwabe Holger Badstuber (so er denn endlich wieder fit wird) und vor allem der Oberbayer Thomas Müller. Beide hat übrigens einst ein gewisser Louis van Gaal an der Säbener Straße zu den Profis geholt. Der Niederländer ist ab heute wieder Schweinsteigers Trainer.

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