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14.10.2013 – 21:00

Schwäbische Zeitung

Schwäbische Zeitung: Kommentar zur Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst: Franziskus muss seinen Kurs sichern

RavensburgRavensburg (ots)

Je länger sich die Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hinzieht, umso mehr wird sie nicht nur zu einem Skandal, einem vorübergehenden Ärgernis, sondern zu einer Gefahr für die Kirche und ihre Glaubwürdigkeit. 15000 Euro teure Badewannen, Gärten für 0,8 Millionen Euro, verschwendetes Vermögen oder Erster-Klasse-Flüge sind, für sich genommen, schon vier der vielen unglaublichen Details und schlimm genug. Ein Bischof aber, der gegen das Gebot "Du sollst nicht lügen" mehrmals verstößt und offensichtlich auch noch Mitarbeiter zum Lügen, wenigstens aber zum Vertuschen, anstiftet, handelt gegen die Grundlage der Kirche, die nun einmal vom Glauben lebt. Wie will Tebartz künftig noch glaubwürdig predigen, wenn er es selbst mit den Grundlagen nicht so genau nimmt?

Tebartz-van Elst stellt sich mit seinem Gebaren auch offen gegen den Papst, der Bescheidenheit predigt und lebt. Franziskus sollte es nicht zulassen, dass einer seiner Mitarbeiter den sozial-karitativen Kurs nicht nur nicht mitgeht, sondern konterkariert. Denn am biblischen Beispiel hat der Papst erkannt, dass gerade in der Zuwendung zu den Armen, den Flüchtlingen und Benachteiligten, der Charme, die heilende Strahlkraft der Kirche liegen kann.

Und daher ist es gerade heute besonders bitter, wenn das Fehlverhalten eines Einzelnen die Caritas, den helfenden Arm der Kirche, schwächt. Denn Spender wenden sich ab. Jetzt, da sich die Kirche aufmacht und beispielsweise in Weingarten ihre leeren Klöster für Flüchtlinge öffnet, braucht sie ihre Glaubwürdigkeit und auch die Unterstützung ihrer Gläubigen stärker denn je. Was sie im Sinne ihres Auftrags nicht brauchen kann, sind weitere Enthüllungen in Limburg, eine längere Hängepartie oder gar ein "Weiter so!"

Franziskus selbst wäre beschädigt, wenn er zuließe, dass seine Glaubwürdigkeit und seine Mission infrage gestellt werden. Daher ist nun eine schnelle Entscheidung gefragt, die allein beim Papst liegt. Sie kann nur die Trennung vom Bischof mit sich bringen.

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