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Polizeidirektion Oldenburg

POL-OLD: Polizeidirektion Oldenburg stellt die Verkehrsunfallstatistik 2023 vor: Zahl der Verkehrstoten nahezu wieder auf Vorpandemie-Niveau - Weniger Fahrten unter berauschenden Mitteln und Alkoholeinfluss

2 Dokumente

Oldenburg (ots)

   -Gesamtunfallzahlen sowie Anzahl der Verkehrstoten steigen nach 
coronabedingtem Rückgang wieder an
   -Verhinderung von Unfällen mit schweren Folgen steht in der 
polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit an oberster Stelle
   -Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit und Fahrradfahrende im Fokus
   -Neue Herausforderungen für die Polizei nach Teil-Legalisierung 
von Cannabis

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sowie die Zahl der Verkehrstoten sind nahezu wieder auf dem Niveau wie vor dem Einbruch der Corona-Pandemie. Die Zahl der Schwerverletzten im Rahmen von Verkehrsunfällen weist einen Rückgang auf, wenngleich die Zahl der Leichtverletzten gestiegen ist. Des Weiteren ist ein signifikanter Rückgang im Bereich der Fahruntüchtigkeit im Straßenverkehr zu verzeichnen. Für das laufende Jahr setzt die Polizei den Schwerpunkt in der Verkehrssicherheitsarbeit für die Themenpunkte Geschwindigkeit, Fahrtüchtigkeit und Fahrradfahrende.

So lautet die Bilanz auf einen Blick zusammengefasst für die Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Oldenburg, die bezogen auf das Jahr 2023 für ihren Zuständigkeitsbereich am heutigen Dienstag, 9. April 2024, vorgestellt wird.

Für einen direkten Vergleich werden aufgrund des deutlichen Rückgangs der Teilnahme am Straßenverkehr während der Pandemie, wie bereits im Vorjahr, in erster Linie Zahlen aus dem Jahr 2019 herangezogen. Für den Langzeitvergleich wurde ein Betrachtungszeitraum von 10 Jahren (2014 bis 2023) gewählt.

Entwicklung der Gesamtunfallzahlen innerhalb der PD Oldenburg

Die Gesamtunfallzahl liegt im Jahr 2023 bei 44.858 und damit um 8,5 Prozent höher als im Vorjahr (41.345 im Jahr 2022). 2019 lag die Gesamtunfallzahl bei 45.489, sodass nunmehr fast das Niveau vor Pandemiebeginn erreicht wurde.

Im direkten Vergleich mit dem Vor-Coronajahr 2019 (14.268) ereigneten sich 2023 mit 15.012 mehr Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften. Innerhalb geschlossener Ortschaften trugen sich 2023 (26.449) im Ver-gleich zu 27.754 im Jahr 2019 weniger Unfälle zu. Auch auf den Bunde-sautobahnen ist mit 3.396 Unfällen im Jahr 2023 gegenüber dem Jahr 2019 (3.465) ein Rückgang zu verzeichnen.

Getötete und verletzte Personen bei Verkehrsunfällen

Insgesamt kamen im Jahr 2023 97 Menschen im Rahmen von Verkehrsunfällen ums Leben. Dieser Wert ergibt eine Steigerung um 16,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022, befindet sich aber noch 15 Prozent unter-halb des Niveaus von vor der Pandemie (2019: 114).

Polizeipräsident Andreas Sagehorn: "Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 97 Menschen haben ihr Leben bei Verkehrsunfällen verloren. Trotz eines prozentualen Rückgangs von 15 Prozent im Vergleich zu 2019 ist dies eine alarmierende Entwicklung, die uns zeigt, dass wir uns erneut auf die Steigerung des Sicherheitsniveaus im Straßenverkehr konzentrieren müssen."

Bei Verkehrsunfällen schwerverletzt wurden im Zuständigkeitsbereich der PD Oldenburg im Jahr 2023 1.138 Personen, damit ist der Trend um 5 Prozent rückläufig zum Vorjahr (1.198). Seit 2017 (1.416) ist in dem Be-reich der schwerverletzten Personen eine stetige Abnahme zu beobachten. 2019 lag die Zahl noch bei 1.353 und nahm dann bereits während der Pandemie, aber auch danach sukzessive ab.

Anders sieht es bei den Personen aus, die als verkehrsunfallbeteiligte Person leicht verletzt wurden. Mit dem Jahreswechsel von 2022 (7.720) auf 2023 (8.163) ist eine Trend-Steigerung um 5,74 Prozent festzustellen. Nachdem die Zahlen der Leichtverletzten bis 2016 (8.424) kontinuierlich gestiegen waren, nahmen sie bis 2019 (8.159) leicht ab. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen mit Auswirkungen auf das öffentliche Leben reduzierte sich die Zahl im da-rauffolgenden Jahr dann drastisch (2020 = 6.693) und stieg insbesondere mit dem Jahreswechsel zu 2022 (7.720) wieder stärker an.

Unfallbeteiligung

Hinsichtlich der Verkehrsbeteiligung ist auf den ersten Blick zu erkennen, dass sich 50 und damit der überwiegende Großteil der tödlichen Verkehrsunfälle mit einem Auto ereigneten. Die zweitgrößte Beteiligung ist im Bereich der Fahrräder sowie der motorisierten Zweiräder mit jeweils 15 Unfällen, dicht gefolgt von der Beteiligung zu Fuß (12), zu verorten. Im einstelligen Bereich (4) sind darüber hinaus "sonstige Unfälle" zu verzeichnen, darunter ein Wohnmobil, ein E-Scooter, ein Hoftrac und ein Segway, Ein weiterer tödlicher Verkehrsunfall wurde im Zusammenhang mit dem Führen eines Lkw registriert.

Altersgruppen

Das Alter der getöteten Personen bei Verkehrsunfällen umfasst sowohl junge als auch ältere Menschen. Der Großteil findet sich in den Risiko-gruppen Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren (15) sowie Seniorinnen und Senioren im Alter von 80 bis 84 Jahren (13), aber auch in dem mittleren Bereich in den Altersgruppen 45 bis 54 (14) und 55 bis 64 (17) wieder. Im unteren zweistelligen Bereich (10) befindet sich die Alters-gruppe 25 bis 34.

Alkohol und Drogen - Fahruntüchtigkeit im Straßenverkehr

Das aktuelle Statistikjahr 2023 zeigt einen Rückgang in den erfassten Fahrten im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss. Im Bereich der folgen-losen Trunkenheitsfahrten ist eine Abnahme der erfassten Zahlen von 1.945 (2022) auf 1.832 (2023) zu beobachten. 2022 war das Niveau der folgenlosen Trunkenheitsfahrten bereits auf dem Niveau wie vor der Pandemie 2019. Die alkoholbedingten Verkehrsunfälle sind mit 782 im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr (2022 = 784) auf einem gleichbleibenden Niveau geblieben und damit auch weiterhin vergleichbar mit den 773 er-fassten alkoholbedingten Verkehrsunfällen im Vor-Coronajahr.

Bezüglich der Fahrten im Straßenverkehr unter Drogen- beziehungsweise Medikamenteneinfluss ist ein signifikanter Rückgang zu verzeichnen. Die Zahlen der folgenlosen Fahrten unter Betäubungsmittel- oder Drogeneinfluss nehmen von 1.965 im Vorjahr auf 1.665 im Jahr 2023 ab. Bereits mit dem Jahreswechsel 2021/2022 war ein immenser Rückgang der Zahlen zu beobachten, nachdem 2021 im 10-Jahresvergleich ein Zahlenhoch verzeichnet wurde. Bei den drogen- und medikamentenbedingten Verkehrsunfällen ist ebenfalls eine Abnahme von 106 (2022) auf 69 (2023) festzustellen. Damit liegt die Zahl ähnlich niedrig wie zuletzt 2016.

Mit Blick auf die jüngst erfolgte Gesetzesänderung in Bezug auf Cannabis äußert sich Polizeipräsident Andreas Sagehorn wie folgt: "Die Teil-Legalisierung von Cannabis stellt uns vor neue Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Fahruntüchtigkeit. Unser Fokus liegt nun verstärkt auf präventiven Maßnahmen, um Unfälle und Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren. Es ist unsere Verantwortung, die Öffentlichkeit über die Risiken von Drogenkonsum am Steuer aufzuklären und gleichzeitig durch Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen für mehr Sicherheit auf unseren Straßen zu sorgen. Die Auswirkungen der Gesetzeslockerung auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden am Steuer bleibt schlussendlich abzuwarten und fügt sich in unserer Schwerpunktsetzung für das Jahr 2024 ein."

Risikogruppen im Straßenverkehr

Junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren zählen aufgrund der mangelnden Fahrerfahrung sowie einer grundsätzlich erhöhten Risikobereitschaft ebenso zu den Risikogruppen im Straßenverkehr wie Senioren und Seniorinnen ab 65 Jahren in Hinsicht auf das zumeist verlangsamte Reaktionsvermögen. Aber auch Fahrradfahrende (inklusive Pedelecs und Elektrokleinstfahrzeuge wie beispielsweise E-Scooter) versteht man aufgrund des erhöhten Verletzungsrisikos bei Verkehrsunfällen beispielsweise im Gegensatz zu Autofahrenden zu den Risikogruppen.

Junge Erwachsene

Im Bereich der Risikogruppe Junge Erwachsene liegt die Zahl der Verkehrstoten bei 15. Das bedeutet, dass im Vorjahresvergleich gleich drei mehr junge Menschen ihr Leben bei einem Verkehrsunfall verloren haben. Landesweit ist hier ein Anstieg um ein Drittel zu verzeichnen. Dieser Trend kann trotz leichtem Anstieg in der Region der PD Oldenburg nicht bestätigt werden. Das Niveau vor der Pandemie im Jahr 2019 (28) wurde in diesem Bereich nicht wieder erreicht.

Schwerverletzt wurden im aktuellen Statistikjahr 187 junge Erwachsene. Auch hier ist im Vergleich zum Jahr 2019 (244) noch eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Im Pandemiejahr 2020 war sodann ein Rück-gang auf 198 Schwerverletzte zu beobachten, bevor die Zahl 2021 wieder auf 237 angestiegen ist. Seitdem ist die Zahl an schwerverletzten jungen Erwachsenen bei Verkehrsunfällen gesunken. Im direkten Vorjahresvergleich weist die PD Oldenburg hier einen Trend-Rückgang um 10,95 Prozent auf.

Auffällig ist die Tatsache, dass 67 Prozent den Verkehrsunfall selbst verursacht haben und zehn Personen durch Beteiligung am Straßenverkehr in einem Pkw tödlich verunglückt sind. Drei der tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich mit einem Motorrad, einer mit einem Pedelec und einer mit einem E-Scooter. Signifikant ist ebenfalls, dass elf der 15 Todesopfer männlich sind.

Seniorinnen und Senioren

Bei der Risikogruppe Seniorinnen und Senioren liegt die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Personen bei 32. Nachdem während der Coronajahren zunächst ein Anstieg von 20 im Jahr 2020 auf 33 im Jahr 2022 festzustellen war, ist nun eine geringfügige Abnahme um 3,03 Prozent zu konstatieren. Das Niveau aus dem Vor-Coronajahr 2019 liegt mit 42 Verunglückten deutlich höher.

Im Bereich der schwerverletzten Personen wurde in jüngster Vergangenheit ebenfalls eine Abnahme von 271 (2022) auf 247 im Jahr 2023 registriert und zeigt damit einen Trend-Rückgang um 8,86 Prozent. Auch im Vergleich zum Jahr 2019 liegen die schwerverletzten Seniorinnen und Senioren im aktuellen Jahr unter dem Vor-Corona-Niveau (263).

59 Prozent der Unfallbeteiligten haben den Unfall eigenverantwortlich verursacht. Die Beteiligung setzt sich wie folgt zusammen: Elf der tödlichen Verkehrsunfälle trugen sich mit einem Auto zu, sechs mit einem Pedelec, vier mit einem Fahrrad. Zwei Unfälle ereigneten sich mit einem motorisierten Zweirad, einer mit einem Segway und acht durch eine Beteiligung am Straßenverkehr als Fußgänger beziehungsweise Fußgängerin.

Verkehrsbeteiligung mit dem Fahrrad und E-Scooter

Insgesamt trugen sich im Jahr 2023 folglich 15 Verkehrsunfälle mit tödlichen Ausgang zu, bei denen ein Fahrrad benutzt wurde. Darunter wurden 11 Pedelecs verzeichnet.

Neun der verstorbenen Fahrradfahrenden waren männlich und die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr sowie das Nichtbeachten der Vorfahrten.

60 Prozent der Unfälle wurden auch in diesem Zusammenhang selbst verursacht. 67 Prozent gehörten ferner der Altersklasse der Seniorinnen und Senioren an.

Verkehrsunfälle mit E-Scootern stellen in der Polizeidirektion Oldenburg nach wie vor keinen Unfallschwerpunkt dar, wenngleich eine Steigerung der Unfallzahlen nicht außer Acht gelassen werden darf. Im Jahr 2022 wurden 165 Unfälle mit E-Scootern erfasst. Im letzten Jahr 2023 haben sich über 50 mehr Unfälle mit den Elektrokleinstfahrzeugen ereignet, so-dass die Zahl nunmehr bei 222 liegt.

Schwerpunktsetzung Präventionsmaßnahmen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Die Polizeidirektion Oldenburg ist fortlaufend bemüht die Verkehrssicherheit zu verbessern, sodass die Zielsetzung 2024 verstärkte Maßnahmen zur Prävention von Verkehrsunfällen und zur Einhaltung der Verkehrsregeln in unserer Region beinhaltet.

Ein besonderer Fokus für das Jahr 2024 liegt dabei auf der Geschwindigkeit, der Sicherheit von Fahrradfahrern so wie bereits erwähnt die Bekämpfung von Fahruntüchtigkeiten.

Überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt nach wie vor eine Hauptursache für Verkehrsunfälle mit schwerwiegenden Folgen. "Das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzungen wird seitens der Polizei durch verstärkte Geschwindigkeitskontrollen überwacht werden, denn wer zu schnell fährt, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit. Nein, im schlimmsten Fall werden dadurch Menschenleben gefährdet. Für diese schweren Folgen möchte ich alle Verkehrsteilnehmer heute schon sensibilisieren", so Carsten Hoffmeyer, stellvertretender Polizeivizepräsident und Leiter des unter anderem für den Verkehrsbereich zuständigen Fachdezernats.

Darüber hinaus genießt die Sicherheit von Fahrradfahrenden eine hohe Priorität innerhalb der Verkehrssicherheitsarbeit der PD Oldenburg. Das Bewusstsein für die Bedürfnisse und Rechte von Fahrradfahrenden im Straßenverkehr gilt es zu schärfen. Der Appell, insbesondere auf die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen und angemessen zu reagieren, richtet sich ausdrücklich an alle Verkehrsteilnehmenden - und somit auch an die Fahrradfahrenden und diejenigen, die mit anderen motorisierten Fahrzeugen wie E-Scootern unterwegs sind.

Die Verantwortung für eine rücksichtsvolle und angemessene Teilnahme am Straßenverkehr unter Berücksichtigung der Verkehrsregeln liegt in erster Linie bei jeder und jedem Einzelnen. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann die Verkehrssicherheit erhöht und dazu beigetragen werden, Unfälle zu verhindern und Menschenleben zu schützen.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Oldenburg
Pressestelle
Theodor-Tantzen-Platz 8
26122 Oldenburg
Tel.: 0441/799-1041/-1043/-1044/-1045
E-Mail: pressestelle@pd-ol.polizei.niedersachsen.de
Homepage: www.polizei-oldenburg.de

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