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16.07.2020 – 12:54

Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (955) Falsche Polizeibeamte erbeuten Gold im Wert von 50.000 EUR - Zeugenaufruf

Nürnberg (ots)

In der Dienstagnacht (14.07.2020) erhielt ein Paar aus Moorenbrunn einen angeblichen Anruf der Polizei. Die Geschädigten händigten zwei unbekannten Frauen Gold im Wert von 50.000 Euro aus. Die "richtige" Kriminalpolizei sucht nun Zeugen des Betruges.

Gegen 21:00 Uhr klingelte das Telefon eines Seniorenehepaares in Moorenbrunn. Der Anrufer stellte sich als Polizeibeamter des "K4 Nürnberg" vor. Er überzeugte die überrumpelten Geschädigten davon, dass es Erkenntnisse gäbe, wonach ein Einbruch bei dem Paar direkt bevorstehen würde. Um ihre Wertgegenstände zu sichern, sollten sie diese an Beschäftigte der Polizei übergeben. Nach dem Polizeieinsatz würden sie alles selbstredend wieder zurückbekommen.

Aus Furcht vor dem bevorstehenden Einbruch sammelte das Ehepaar eilig Zuhause aufbewahrtes Gold und Bargeld zusammen. Die Wertgegenstände händigten sie anschließend zwei jungen Frauen aus, die zu dem Wohnhaus gekommen waren. Erst einige Zeit später kam den Moorenbrunnern Zweifel an der Geschichte und sie verständigten die echte Polizei. Der Wert der Tatbeute kann mit über 50.000 Euro beziffert werden.

Das zuständige Nürnberger Betrugskommissariat sucht nun Zeugen, denen die beiden Frauen zuvor in Moorenbrunn oder der näheren Umgebung aufgefallen sind.

Durch die Geschädigten wurden sie wie folgt beschrieben:

   -	Zwischen 20 und 25 Jahre alt 
   -	Längere, helle Haare 

Da die Frauen mit einem Fahrzeug kamen, ist dieses ggf. in der Umgebung zuvor durch Zeugen bemerkt worden:

   -	Dunkler Mercedes, neueres Modell 
   -	Auswärtiges Kennzeichen 

Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich mit dem KDD Mittelfranken unter der Telefonnummer 09 11 2112 - 3333 in Verbindung zu setzen.

Der Betrugsfall war die schadensträchtigste Tat einer ganzen Welle von betrügerischen Anrufen, mit denen Mittelfranken in den letzten Tagen heimgesucht wurde:

Allein am Dienstag kam es zu 30 telefonischen Betrugsversuchen in Nürnberg - die meisten davon mit der Masche "falsche Polizeibeamte". Am Mittwoch stieg die Anzahl sogar auf 36 Fälle, die der Polizei gemeldet wurden. Die Vorfälle ereigneten sich teilweise im Minutentakt.

Zwischen Dienstag und Donnerstag wurden für den Bereich Gunzenhausen mehr als 10 betrügerische Anrufe angeblicher Polizeibeamter angezeigt.

Neben den falschen Polizeibeamten kam es verteilt über den gesamten Regierungsbezirk zu Telefonanrufen mit der Masche "Enkeltrickbetrug". Die Tatverdächtigen gaben sich hierbei als Verwandte oder Bekannte der Angerufenen aus. Je nach Telefonat wurden unterschiedliche Gründe genannt, weswegen dringend ein größerer Geldbetrag benötigt wird. Glücklicherweise erkannten alle potentiellen Geschädigten den Betrugsversuch vor der tatsächlichen Vollendung.

Eine dringende Notlage täuschten die Betrüger bei fünf der Telefonate vor. Bei den sog. "Schockanrufen" wird den angerufenen Senioren vorgetäuscht, dass ein Enkel einen Verkehrsunfall hatte. Würde nicht sofort eine hohe Kaution bezahlt, müsste das Enkelkind wegen des Unfalls ins Gefängnis.

Die unterschiedlichen Betrugsserien haben gemein, dass die Tatverdächtigen am Telefon sehr professionell agieren und selbst Geschädigte überzeugen, die eigentlich über die Vorgehensweise informiert sind. Die Rufnummern potentieller Opfer finden die Betrüger in offen einsehbaren Verzeichnissen wie Telefonbüchern.

Tipps der Polizei:

   -	Gehen Sie nicht auf Telefonate ein, die Sie ungewollt erhalten. 
   -	Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen
Verhältnissen preis. 
   -	Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie
einfach auf. 
   -	Übergeben Sie niemals Geld oder Schmuck an unbekannte Personen. 
   -	Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten. 
   -	Sprechen Sie mit Angehörigen über Gefahren durch betrügerische
Telefonanrufe. 
   -	Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Telefonanlage oder Ihres
Telefonanbieters zum Sperren unliebsamer Anrufe (z.B. Verhinderung
von Telefonaten aus dem Ausland). 
   -	Erstatten Sie Strafanzeige, wenn Sie durch betrügerische Anrufe
geschädigt wurden. 

Umfangreiche weitere Tipps der Polizei, ein Info-Comic und Links zu Kurzfilmen zum Thema finden Sie im Internet unter:

https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/betrug-durch-falsche-polizisten/

Stefan Bauer/n

Rückfragen bitte an:

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D-90443 Nürnberg
E-Mail: pp-mfr.pressestelle@polizei.bayern.de

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Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken im Internet:
http://ots.de/P4TQ8h

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