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26.03.2019 – 14:59

Polizeiinspektion Göttingen

POL-GÖ: (221/2019) Verkehrsunfallstatistik 2018 der Polizeiinspektion Göttingen vorgestellt - Weniger Unfälle mit Personenschäden, weniger Wildunfälle, aber deutlicher Anstieg von Verkehrsunfallfluchten

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Göttingen (ots)

GÖTTINGEN (tm/jk) - In einem Pressegespräch im Dienstgebäude der Polizeiinspektion Göttingen hat Polizeioberrat Thomas Reuter am Dienstag (26.03.19) die Ergebnisse der Verkehrsunfallstatistik 2018 für seinen neuen Zuständigkeitsbereich vorgestellt. An dem Termin nahmen außerdem der Leiter der Autobahnpolizei Göttingen Matthias Rink sowie der Verkehrsexperte der Göttinger Polizei Torsten Moschkau teil.

In diesem Jahr waren erstmals auch die Statistikwerte des Altkreises Osterode in die Bilanz eingeflossen. Dieser Bereich war bis Ende 2018 der Polizeiinspektion Northeim/Osterode zugeordnet und ist nun entsprechend der Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen der Polizeiinspektion Göttingen angegliedert.

Um die Unfallentwicklung darstellen zu können, wurden die entsprechenden Zahlen des Jahres 2017 angepasst.

Nach erster Einschätzung haben sich zwar die Fallzahlen deutlich erhöht, Auffälligkeiten, die eine Änderung in der Schwerpunktsetzung der Verkehrssicherheitsarbeit bedeuten würden, haben sich bisher aber nicht ergeben.

In Stadt und Landkreis Göttingen - ohne die Bundesautobahnbereiche der BAB 7 und BAB 38 - wurden im Jahr 2018 insgesamt 8.668 Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Gegenüber dem Jahr 2017 ist ein erfreulicher Rückgang um 376 eingetreten (- 4,2 %).

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden verringerte sich um 33 auf 1.158 (-2,77 %).

Wildunfälle wurde ebenfalls weniger registriert als im Vorjahr, die Zahl sank von 1.259 auf 1.153 (- 8,4 %).

Im Jahr 2018 wurden 2.102 Verkehrsunfallfluchten angezeigt, dies ist im Vergleich zum Vorjahr (1.743) ein deutlicher Anstieg um 20 %. 897 Fälle konnten aufgeklärt werden, dieses entspricht einer Aufklärungsquote von ca. 42,7 % (Vorjahr: 43,5). Die Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten, bei denen Personenschaden verursacht wurde (95 Fälle), beträgt 56,84 Prozent.

Reuter: "Neben Maßnahmen im Bereich der Prävention und Information wird die Polizei auch einen besonderen Schwerpunkt auf die Aufklärung dieser Taten legen. Beobachtungen von Zeugen kommt oftmals eine entscheidende Bedeutung zu. Ich bitte sie, uns ihre Feststellungen mitzuteilen. Bitte helfen sie uns, damit andere im Fall einer Verkehrsunfallflucht nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben." Weiterhin weist der Polizeioberrat darauf hin, dass es sich bei Verkehrsunfallfluchten nicht um Kavaliersdelikte, sondern um Straftaten handelt, die ein Strafverfahren nach sich ziehen und den Entzug der Fahrerlaubnis bedeuten können.

Weniger verletzte und getötete Verkehrsteilnehmer

Die Anzahl der verunglückten Personen reduzierte sich im Jahr 2018 um 51 von 1.479 auf 1.428.

Entgegen des Bundes- und Landestrends ist im neuen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen ein deutlicher Rückgang der Verkehrstoten zu verzeichnen, die Anzahl sank von zehn auf nun fünf.

Im vergangenen Jahr verloren ein PKW-Fahrer (26-jähriger Mann), eine Fahrrad- fahrerin (64 Jahre alt), ein Mitfahrer in einem Krankentransporter (77-jähriger Mann), ein 63-jähriger Kradfahrer und eine 92-jährige Fußgängerin durch Verkehrsunfälle ihr Leben.

Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich von 199 im Vorjahr auf 207 im Jahr 2018. Bei den Leichtverletzten ist ein Rückgang um 54 von 1.270 auf 1.216 zu verzeichnen.

Hinsichtlich der Art der Verkehrsbeteiligung wurde bei den verletzten Verkehrsteilnehmern folgende Zu- bzw. Abnahme registriert:

   - Kfz.-Fahrer/Insassen:		von 893 auf 784 
   - Moped- und Leichtkraftfahrer:	unverändert: 69 
   - Fußgänger:		von 90 auf 105 
   - Kradfahrer:		von 92 auf 106 
   - Radfahrer:		von 335 auf 364. 

Die Anzahl der schwerverletzten Verkehrsteilnehmer hat sich im Stadtgebiet Göttingen mit 64 kaum verändert (Vorjahr 63), im Landkreis Göttingen ist von 135 auf 144 gestiegen.

Im Stadtgebiet Göttingen musste ein Anstieg der getöteten Verkehrsteilnehmer von drei auf vier verzeichnet werden. Im Landkreis Göttingen ist ein erfreulicher Rückgang von sieben auf eins festzustellen.

"Die beiden tödlich verlaufenden Unfälle mit Krad- beziehungsweise mit Pkw-Beteiligungen ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. Nach polizeilichen Erkenntnissen waren jeweils nicht angepasste Geschwindigkeiten zumindest mitursächlich. Weitere 84 Verkehrsteilnehmer wurden bei Unfällen auf sogenannten Außerortsstrecken schwer verletzt. "Neben Unachtsamkeit und Ablenkung ist auch insbesondere das zu schnelle Fahren eine der Haupt- unfallursachen. Darüber hinaus erhöhen sich die Unfallfolgen bei hohen Geschwindigkeiten um ein Vielfaches. Reuter gibt dazu das folgende Beispiel: "Verkehrsteilnehmer, die anstatt der erlaubten 100 km/h mit 120 km/h fahren, würden mit einer Aufprallgeschwindigkeit von über 70 km/h an der Stelle auf ein Hindernis aufprallen, an der ein Fahrzeug mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit bereits zum Stillstand gekommen wäre."

"Die Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten wird daher weiterhin konsequent überwacht, Verkehrsteilnehmer sollten sich jederzeit auf Geschwindigkeits-kontrollen einstellen" ergänzt Reuter.

"Risikogruppen"

Hinsichtlich der so genannten "Risikogruppen" stellt sich die Unfallbilanz folgendermaßen dar:

Deutliche Abnahme der Unfälle mit Beteiligung von Kindern

Im Jahr 2018 verunglückten 64 Kinder (0 - 14 Jahre) im Straßenverkehr, somit 18 weniger als im Vorjahr.

53 (75) Kinder erlitten leichte und 11 (7) schwere Verletzungen. Erfreulicherweise wurde wie auch im Vorjahr kein Kind im Straßenverkehr getötet.

Die Anzahl der verletzten Kinder, die als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen geschädigt wurden, konnte deutlich von 39 auf 19 gesenkt werden.

Reuter: "Ich gehe davon aus, dass wir diesen positiven Trend durch unsere Präventionsmaßnahmen sowie durch Gurt- und Kindersitzkontrollen - zum Beispiel auch in den sogenannten "Eltern-Taxis" - mit beeinflusst haben. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung werden wir daran arbeiten, die Unfälle mit Kinderbeteiligung weiter zu senken."

Kein tödlich verletzter Fahranfänger in der Polizeiinspektion Göttingen

Die Gesamtzahl der bei Verkehrsunfällen verletzten jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren ist von 319 auf 314 gesunken, die Anzahl der Schwerverletzten hat sich von 23 auf 32 erhöht, getötete Verkehrsteilnehmer in dieser Altersgruppe mussten erfreulicherweise im Jahr 2018 nicht verzeichnet werden (Vorjahr: eine 19-jährige Pkw-Fahrerin).

Die Zahl der schwerverletzten bzw. getöteten jungen Erwachsenen, die einen Pkw bzw. Krad über 125 ccm genutzt hatten, ist von 19 auf 24 gestiegen.

Reuter: "junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren sind bezogen auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung weiterhin überproportional an Verkehrsunfällen beteiligt. Wir werden daher auch zukünftig alle Anstrengungen unternehmen, um Unfälle dieser Risikogruppe weiter zu reduzieren".

Anzahl der verletzten Senioren gesunken

In der Altersgruppe der über 65-jährigen ist bei der Anzahl der verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer ein Rückgang von 183 auf 156 zu verzeichnen.

Im Jahr 2018 haben im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen zwei Senioren im Straßenverkehr tödliche Verletzungen erlitten, im Vorjahr waren es vier.

In einem Fall wurde eine 92-jährige Fußgängerin, die mit ihrem Rollator die Kasseler Landstraße in Göttingen überquerte, von einer Fahrzeugführerin angefahren und erlag später im Krankenhaus ihren bei dem Zusammenstoß erlittenen Verletzungen.

Der zweite tödliche Unfall eines Seniors im Jahr 2018 wurde ebenfalls im Göttinger Stadtgebiet registriert. Ein 77 Jahre alter Mann befand sich als Mitfahrer in einem Krankentransporter. Dieses Fahrzeug stieß mit einem geparkten Pkw zusammen, durch den Aufprall erlitt der Mitfahrer tödliche Verletzungen.

Die Zahl der Schwerverletzten sank von 37 auf 30, die Anzahl der leichtverletzten Senioren hat sich von 142 auf 124 verringert.

Der bundesweite Trend, dass Senioren als Nutzer von Elektro-Fahrrädern besonders gefährdet sind, hat sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen nicht bestätigt. In dieser Altersgruppe wurde kein E-Bike Fahrer verletzt, auf Pedelecs wurden drei Senioren schwer und zwei leicht verletzt.

Verunglückte Senioren hatten nach polizeilichen Erkenntnissen in 47 Fällen ihre Unfälle selbst verursacht (ca. 30 %; Vorjahr 36 %). Die bereits begonnenen Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel das Projekt "Göttinger Senioren machen mobil - sicher ans Ziel" werden daher weiterhin durchgeführt und intensiviert.

Im Jahr 2018 fanden insgesamt fünf dieser Veranstaltungen der Verkehrswacht Göttingen und der Polizeiinspektion Göttingen statt, 237 Teilnehmer besuchten sie. Juristen, Ärzte, Fahrsicherheitstrainer und der Verkehrssicherheits-berater der Polizei gaben Menschen der Generation 65 + und ihren Angehörigen Tipps zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr, zur Verhinderung einer medikamtenbeeinflussten Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und über das richtige Verhalten nach einem Verkehrsunfall. Neben 60 Beratungen am Pkw wurden auch 65 individuelle Übungsfahrten von einer ca. einstündigen Dauer durchgeführt.

Reuter: "Für das nächste Jahr planen wir sechs dieser Veranstaltungen. Der erste Termin ist am 4. April, zwischen 15.00 Uhr und 17.00 Uhr in der Polizeidienststelle in der Otto-Hahn-Straße 2. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Interessierte unserer Einladung folgen".

Anzahl der verletzten Radfahrer in der Stadt Göttingen erneut gestiegen

Die Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer in der Stadt Göttingen hat sich im Vergleich zum Jahr 2017 von 247 auf 277 Personen erhöht, der Anteil an der Gesamtzahl aller verunglückten Personen im Stadtgebiet (664) beträgt 41,72 Prozent (Vorjahr 34,54%).

Insgesamt wurden im Jahr 2018 359 Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung in der Stadt Göttingen registriert, im Vorjahr waren es 338. Dieser Anstieg ist nicht durch Unfälle mit Elektrofahrrädern hervorgerufen worden, deren Beteiligung stagnierte, (E-Bikes jeweils zwei Verkehrsunfälle) bzw. gesunken (Pedelecs von elf auf acht).

Reuter weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei E-Bikes und Pedelecs um zwei verschiedene Arten von Elektro-Fahrrädern handelt. Bei einem Pedelec unterstützt ein Elektromotor mit maximal 250 Watt das Treten nur bis zu einer Geschwindigkeit bis 25 km/h. Ohne Motorunterstützung können höhere Geschwindigkeiten erreicht werden. Pedelecs sind mit allen Konsequenzen dem Fahrrad gleichgestellt.

Bei E-Bikes gibt es vier verschiedene Arten, sie können je nach Ausführung ohne Treten Höchstgeschwindigkeiten zwischen 20 km/h und 45 km/h erreichen und sind rechtlich Mofas bzw. Leichtkrafträdern zugeordnet.

In den Statistiken über Fahrradunfälle sind in aller Regel daher nur die Unfälle mit Pedelecs enthalten. Im Jahr 2018 wurde eine Radfahrerin im Göttinger Stadtgebiet getötet (im Vorjahr hatten zwei Radfahrer tödliche Verletzungen erlitten). Eine 64 jährige Frau hatte im Göttinger Stadtteil Weende aus ungeklärten Gründen die Kontrolle über ihr Fahrrad verloren, stürzte auf die Fahrbahn und wurde dort durch eine Pkw-Fahrerin erfasst.

Die Anzahl der schwerverletzten Radfahrer stieg von 25 auf 27. Bei den Leichtverletzten ist ein Anstieg von 220 auf 249 zu verzeichnen.

Die Unfallursachen sind vielfältig, oftmals übersehen Kraftfahrzeugführer beim Abbiegen oder Verlassen von Grundstücksausfahrten Radfahrer oder öffnen, ohne auf den Radverkehr zu achten, ihre Fahrzeugtüren.

Eine Auswertung der Unfälle mit Personenschaden ergab aber, dass nach polizeilichen Erkenntnissen auch in mindestens 120 Fällen Radfahrer die Unfälle verursacht oder mit dazu beigetragen. Nichtbeachten von Lichtzeichen, Benutzung der falschen Straßenseite, Fahren ohne Beleuchtung oder Alkoholeinfluss sind hier die häufigsten Unfallursachen.

Polizeioberrat Reuter erklärt hierzu: "Die Leitung der Polizeiinspektion Göttingen hat mit ihren Dienststellen in der Zielvereinbarung für das Jahr 2019 festgeschrieben, die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung minimieren zu wollen. Neben der Durchführung unterschiedlicher präventiver Maßnahmen werden unsere Kollegen und Kolleginnen aber auch alle ahnden, die durch ihr Verhalten Radfahrende gefährden. Ich möchte daher alle Verkehrsteilnehmer um regelkonformes und rücksichtsvolles Verhalten bitten und uns dadurch bei der Erreichung des Zieles zu unterstützen."

Anstieg der verletzten Kradfahrer

Die Anzahl der verletzten Kradfahrer hat sich im neuen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen von 92 auf 106 erhöht.

Im Jahr 2018 verlor - wie im Vorjahr auch - ein Kradfahrer (über 125 ccm) im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen sein Leben.

Ein 63-jähriger Mann hatte auf einer Bundesstraße im Landkreis Göttingen in einer Kurve die Kontrolle über sein Krad verloren und war anschließend mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammengestoßen.

Die Zahl der schwerverletzten Kradfahrer stieg von 33 auf 41. Bei den leichtverletzten Motorradfahrern ist ein Anstieg von 58 auf 64 zu registrieren.

Die Kradunfälle verteilen sich über den gesamten Zuständigkeitsbereich, ein Großteil der schweren Zweiradunfälle werden außerhalb geschlossener Ortschaften verursacht. Oftmals spielen auch hier zu hohe Geschwindigkeiten eine entscheidende Rolle.

Allerdings hatten in ca. 40 Prozent der Fälle andere Verkehrsteilnehmer die Ursache des Kradunfalles gesetzt. Die Biker wurden beispielsweise beim Abbiegen oder Überholen übersehen. Bei einigen Unfällen wurde ihnen die Vorfahrt genommen.

Reuter kündigte an, im Jahr 2019 vermehrt Kradkontrollen durchführen zu lassen. Dazu werde auch die im Jahr 2016 aufgestellte "Spezialisierte Kontrollgruppe Krad" der Polizeidirektion Göttingen zum Einsatz kommen.

Weiter bittet er die Kradfahrer, insbesondere zum Start der Saison besonders vorsichtig und umsichtig zu fahren, die meisten Biker sind nach der Winterpause ungeübt. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich erst wieder an die Kradfahrer gewöhnen.

Anstieg der Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen

Auf den Bundesautobahnen 7 und 38 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen wurden im Jahr 2018 insgesamt 1.172 Verkehrsunfälle aufgenommen, dies sind 93 mehr als im Vorjahr (+ 8,6 %).

Verkehrsunfälle mit Personenschaden haben sich leicht reduziert (-8.9 %). Registriert wurden 113 Unfälle, bei denen Personen verletzt worden sind (Vorjahr 124).

Bei den Unfällen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 149 Verkehrsteilnehmer verletzt (Vorjahr 212).

Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich von 39 auf 30, die der Leichtverletzten von 173 auf 119.

Nach dem im Jahr 2017 keine Unfalltoten zu beklagen waren, sind im Jahr 2018 zwei Verkehrsunfälle tragisch ausgegangen. Der tödliche Verkehrsunfall im September hat sich in dem Bereich ereignet, der gemäß eines Staatsvertrages durch die hessische Polizei betreut wird. In der abgebildeten Statistik erscheint er daher nicht.

Am 07.06.2018 erkannte ein dänischer Sprinterfahrer auf der A 7 in Nordrichtung, kurz vor der AS Göttingen-Dransfeld zu spät den aufgestauten Verkehr und prallte mit sehr hohem Geschwindigkeitsüberschuss auf einen stehenden 3er-BMW. Eine im BMW auf der Rückbank sitzende Mitfahrerin wurde schwer verletzt, die Beifahrerin vorn rechts zog sich schwere Wirbel- und Kopfverletzungen zu, an denen sie einige Tage später verstarb.

Am 06.09.2018 war aufgrund einer im Bereich Hedemünden in Nordrichtung eingerichteten Baustelle ein Rückstau bis zur AS Lutterberg entstanden. Der Fahrer eines polnischen Sprinters näherte sich dem Stauende und wechselte kurz vor der AS Lutterberg vom mittleren Fahrstreifen auf den Hauptfahrstreifen, vermutlich um von der Autobahn abzufahren. Wahrscheinlich schätzte er die Geschwindigkeit der auf dem Hauptfahrstreifen befindlichen Fahrzeuge falsch ein. Er fuhr daher mit nahezu ungebremster Geschwindigkeit auf einen stehenden Lkw auf, so dass sein Führerhaus sehr stark eingedrückt wurde. Der Fahrer verstarb offensichtlich unmittelbar mit dem Aufprall.

Das Jahr 2018 war wie bereits das Vorjahr geprägt von mehreren verkehrserheblichen Baustellen, die die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle maßgeblich beeinflusst haben: Ausbau der A 7 zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg, Erneuerung des Hauptfahrstreifens zwischen dem Autobahndreieck Drammetal und der hessischen Landesgrenze und die Erneuerung des Fahrbahnbelages im Bereich der AS Hedemünden in Südrichtung.

Die Unfallsituationen in den Gefällestrecken Laubacher Berg und Hedemünden waren auch im vergangenen Jahr eher unauffällig.

Die Bautätigkeiten im Nordbereich und die damit einhergehenden Verkehrsführungen haben sich für den Verkehrsteilnehmer als "sehr anspruchsvoll" herausgestellt. Es sind dort nach wie vor auf überhöhtem Niveau Verkehrsunfälle aufzunehmen, wobei es sich aber im Wesentlichen um seitliche Berührungen handelt. Diese sind sowohl von der Schadenshöhe als auch von den gesundheitlichen Auswirkungen im eher harmlosen Bereich anzusiedeln.

Trotz der bisher ausgebliebenen schweren Folgen wird die Verkehrsüberwachung in diesem Bereich weiter verstärkt werden. Geschwindigkeitsmessungen, Kontrollen des Verkehrsverbotes der linken Spur (Sprinter pp.) und Überwachung des Überholverbotes werden an der Tagesordnung sein, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren.

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