Bundesärztekammer

Welt-Alzheimertag: Über Tabu-Thema Demenz sprechen

Berlin (ots) - "Es ist gut, dass die Bundesregierung mit der Pflegereform auch Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen mehr Unterstützung zukommen lässt. Nun kommt es auf die praktische Umsetzung des Gesetzes an. Wir brauchen mehr Personal in den stationären Einrichtungen und wir müssen die ambulante Pflege, teilstationäre Angebote und betreute Wohngruppen massiv ausbauen." Das sagte Dr. Max Kaplan, Vize-Präsident der Bundesärztekammer, vor dem morgigen Welt-Alzheimertag.

Seit Jahrzehnten wächst die Zahl alter und hochbetagter Menschen. Damit nimmt auch die Behandlung und Pflege älterer und alter Patienten zu. "Ein Hauptgrund für den steigenden Versorgungs- und Pflegebedarf sind heute die Demenzerkrankungen. Eine Kooperation aller Akteure ist notwendig, um die bestmögliche Betreuung dieser Patientengruppe zu gewährleisten", so Kaplan.

In Deutschland leben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gegenwärtig 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Rund 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Ihre Zahl wird bis zum Jahr 2050 auf drei Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Forschung oder Prävention gelingt.

Ebenso wird die Anzahl derjenigen Menschen steigen, die demenziell erkrankte Angehörige pflegen. Diese Pflege kann physisch wie auch psychisch sehr belastend sein. "Familienangehörige laufen Gefahr, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, sich zu verausgaben und selbst zu erkranken. Die Pflegereform kann auch hier Entlastung schaffen", so Kaplan. Ebenso wichtig sei es, über das Tabu-Thema Demenz zu sprechen und Erkrankte wie ihre pflegenden Angehörigen aus der gesellschaftlichen Isolation zu holen.

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