WDR Westdeutscher Rundfunk

Das Erste, Donnerstag, 15. März 2001, 21.00 Uhr
Monitor

    Köln (ots) -
    
    MONITOR: 1,8 Milliarden öffentliche Zuschüsse für WM-Stadien
    Dieter Dörr fordert eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrags im
    Hinblick auf die Fernsehberichterstattung über die WM 2006
    
    Die WM-Stadien in Deutschland werden insgesamt mit mindestens 1,8
Milliarden Mark öffentlich bezuschusst. Dies meldet das ARD-Magazin
MONITOR heute Abend, 21:00 Uhr im Ersten. Diese Gesamtsumme wurde auf
Basis einer MONITOR-Umfrage unter allen Bewerberstädten für die
Austragung der Fußball-WM 2006 in Deutschland ermittelt. Dabei
handelt es sich zum größten Teil um direkte Zuschüsse der Kommunen
für Neu- und Umbauten der Stadien. Aber auch die Länder und der Bund
beteiligen sich direkt an den Kosten vieler WM-Stadien. Spitzenreiter
ist das Olympiastadion in Berlin, das für den Umbau mit 483 Millionen
DM vom Bund und dem Berliner Senat unterstützt wird. Auf Platz zwei
folgt das Düsseldorfer Rheinstadion, das die Stadt Düsseldorf mit 300
Mio. DM zur WM-tauglichen Multifunktionsarena umbauen will. Allein
175 Mio. DM entfallen dabei auf Infrastrukturmaßnahmen. Das
Zentralstadion in Leipzig, das als Austragungsort für die WM gute
Aussichten hat, kostet den Steuerzahler rund 182 Millionen Mark. Die
Städte München, Leverkusen und Kaiserslautern wollten beim
derzeitigen Planungsstand noch keine Angaben zu den erwarteten
staatlichen Zuschüssen machen, so dass die Gesamtsumme letztendlich
über 1,8 Mrd. DM liegen dürfte.
    
    Angesichts der Höhe dieser staatlichen Zuschüsse fordert der
Direktor des Mainzer Medieninstituts Professor Dieter Dörr in MONITOR
eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrags im Hinblick auf die
Fernsehberichterstattung über die WM 2006:
    
    "Unter dem Gesichtspunkt, dass Bund, Länder und Gemeinden
erhebliche Steuervorleistungen für diese Fußball-Weltmeisterschaft
2006 in unserem Lande erbringen, ist es geboten, dass jeder Bürger
dieses Ereignis, das gesellschaftlich eine hohe Bedeutung hat, in
vollem Umfang im frei empfangbaren Fernsehen sehen kann", sagte der
Jurist und Kommentator des Rundfunkstaatsvertrags. "Daher ist es,
wenn dies nicht anders sichergestellt werden kann,
verfassungsrechtlich geboten, eine entsprechende Änderung des
Rundfunkstaatsvertrages vorzunehmen."
    
    Redaktion: Jo Angerer, Telefon 0221-220-3124
    
ots Originaltext: WDR
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