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Rupprecht/Schipanski: Bolognareform: weiterer Handlungsbedarf - Dipl.-Ing. erhalten

Berlin (ots) - Im Vorfeld des am 17. Mai 2010 stattfindenden nationalen Bolognagipfels, zu dem Bundesbildungsministerin Annette Schavan nach Berlin geladen hat, erklären der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht MdB und der zuständige Berichterstatter, Tankred Schipanski MdB:

Der Bolognagipfel ist eine wichtige Chance, die festgestellten Umsetzungsprobleme der Bolognareform an unseren Hochschulen zu lösen. Da unsere Bundesbildungsministerin alle Akteure an einen Tisch holt, besteht jetzt die einmalige Gelegenheit eines parteiübergreifenden Dialogs, der zu konkreten Ergebnissen führen muss.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag begleitet zusammen mit dem Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) den Bolognagipfel mit einem Positionspapier, welches wir Bundesbildungsministerin Anette Schavan übergeben haben. Darin begrüßen wir grundsätzlich die Einführung des zweigliedrigen Studiensystems, sehen jedoch in folgenden Feldern Handlungsbedarf:

Erstens sind die bestehenden Mobilitätshindernisse abzubauen, um den Grundgedanken der Bolognareform zu realisieren. Grundsätzliches Problem ist die Anerkennung von Studienleistungen, weshalb die Hochschulen ihre Anerkennungsregime reformieren sollten. Dabei ist die an der Zielhochschule erforderliche ECTS-Anzahl zugrunde zu legen und von dem Grundsatz der Anerkennung gleichwertiger Studiengänge auszugehen. Auch ist daran zu erinnern, dass die Regierungskoalition mit dem 23. BAföG-Änderungsgesetz den Studierenden bereits mehr Flexibilität und Mobilität für ihre individuelle Ausbildungsbiographie ermöglicht.

Zweitens ist das gegenwärtige Akkreditierungssystem nur bedingt geeignet, qualitativ hochwertige Studienstrukturen zu schaffen. Wir brauchen verbindliche bundeseinheitliche Standards für die Akkreditierung. Die Ergebnisse der Akkreditierung sollten zukünftig genutzt werden, um Studienstrukturen kontinuierlich fortzuentwickeln und zu verbessern.

Drittens müssen anerkannte deutsche Hochschulabschlüsse durch Titelzusätze erhalten bleiben können. Dies gilt für das weltweit anerkannte Gütesiegel "Dipl.-Ing.". Auch bei der Vergabe von Titeln sollten die spezifischen Ausbildungswege junger Menschen (als Titelzusätze) sichtbar werden, um damit die Qualitäten der differenzierten deutschen Hochschulausbildung nach außen deutlich zu machen. Bei den Staatsexamensfächern (Lehramt, Medizin, Rechtswissenschaft) müssen die strukturellen Defizite in der Ausbildung abgebaut werden. Ob dies durch eine Modularisierung im Sinne des Bolognaprozesses gelingen kann, ist zu prüfen.

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