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WAZ: Der nächste Alleingang - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Obama hat Recht, so wie sämtliche Experten und Leitartikler seit Beginn der Krise Recht hatten, die wieder und wieder weltweit einheitliche Regeln für die Finanzmärkte gefordert haben. Nur ist es für einen gemeinsamen Marsch nicht sehr förderlich, mit einem Alleingang zu starten. Amerika verflucht seine Banker, die sich freilich bar jeder Einsicht alle Mühe geben, gehasst zu werden. Obama reicht es jetzt, er verdonnert die US-Banken zu einer Zwangsabgabe. Das ist mehr als ungewöhnlich für das Land der freien Finanzmärkte. Einen Wettbewerbsnachteil der US-Banken möchte er trotzdem vermeiden, also schlägt er der Welt vor, sie möge es ihm doch gleichtun. Die Absagen aus Europa ließen nicht lange auf sich warten. Das hätte sich Obama denken können. Die Europäer sind weit entfernt davon, sich erst einmal untereinander zu einigen. Hier waren es die Briten, die mit Sondersteuern auf Banker-Boni vorpreschten und damit den Wunsch nach einer gemeinsamen europäischen Strategie zur Floskel degradierten. So stellt jedes Land seine eigenen Regeln auf, der Ruf nach einer Weltfinanzregierung ist nur noch ein Echo, das langsam verhallt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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