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Börnsen: Geschichtsaufarbeitung wird vollständig - im Geiste der Versöhnung

    Berlin (ots) - Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschlusses zur Errichtung einer unselbständigen Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB:

    Ein lange tabuisiertes Kapitel unserer Geschichte wird nun öffentlich aufgearbeitet: Die geplante unselbständige Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" in der Trägerschaft des Deutschen Historischen Museums wird eine intensive Auseinandersetzung mit der Flucht und Vertreibung der Deutschen und anderer europäischer Völker und Volksgruppen, verursacht durch den Terror der Nationalsozialisten und den von ihnen entfachten zweiten Weltkrieg, ermöglichen. Geleitet wird die Arbeit der Stiftung vom Gedanken der Aufklärung und Versöhnung mit unseren europäischen Nachbarn. Daher begrüßen wir ausdrücklich die vorgesehene Zusammenarbeit auch mit internationalen Museen und Forschungseinrichtungen ebenso wie die Offenheit des wissenschaftlichen Beirats für die Mitwirkung von Fachleuten aus dem Ausland, insbesondere Osteuropa.

    Die - lange hinsichtlich des Ob und Wie umstrittene -Aufarbeitung der Vertreibungsthematik als bundesstaatliche Aufgabe findet mittels der Konzeption der Stiftung in der Breite der Gesellschaft statt. Die Zusammensetzung des Stiftungsrates ist Garant einer engen Zusammenarbeit von Legislative, Exekutive, Vertriebenen, anderen gesellschaftlichen Gruppen, den Kirchen und dem Zentralrat der Juden. Der wissenschaftliche Beraterkreis wird für eine unabhängige, geschichtswissenschaftlich fundierte und ausgewogene Aufarbeitung sorgen. Die Trägerschaft des Deutschen Historischen Museums für die Stiftung entspricht zum einen seiner eigenen Aufgabe der Darstellung der gesamten deutschen Geschichte im europäischen Zusammenhang und wird darüber hinaus auch außenpolitischen Aspekten Rechnung tragen. Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss wird der Weg frei für die Umsetzung eines der schwierigsten Vorhaben des Koalitionsvertrages, in dem sich die Regierungsparteien ausdrücklich zur gesellschaftlichen und historischen Aufarbeitung von Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung im Geiste der Versöhnung bekannt haben. Dass das damals beschlossene "Sichtbare Zeichen" nun greifbare Gestalt annimmt, dafür ist allen Beteiligten zu danken- insbesondere unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kulturstaatsminister Bernd Neumann, aber auch unserem Koalitionspartner, der nach vielen kontroversen und ebenso konstruktiven Diskussionen mit uns gemeinsam die Verantwortung dafür übernommen hat, die Geschichte aufzuarbeiten und ein deutliches Zeichen für die Zukunft zu setzen, Vertreibung jedweder Art zu ächten.

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