DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

DLRG legt Enquete Kommission Zehn-Punkte Programm zum Ehrenamt vor
Wilkens fordert mehr Klarheit und Unterstützung

Bad Nenndorf (ots) - In der Anhörung der Enquete Kommission des Bundestages über die Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements heute in Berlin hat der Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Dr. Klaus Wilkens, in einem Thesenpapier mehr Klarheit und Unterstützung in der Frage der zukünftigen Ausgestaltung ehrenamtlicher Arbeit gefordert. Als Beispiel für eine sinnvolle Förderung des Ehrenamtes ohne zusätzliche Kosten regte Wilkens an, verstärkt das große Potenzial interessierter Arbeitsloser zu nutzen. Konkret nannte der DLRG-Präsident die Einbindung in den Wasserrettungsdienst der Hilfsorganisationen. Die Enquete-Kommissionen signalisierte ihre Bereitschaft, diesen Ansatz aufzunehmen. Trotz überzeugender Konzepte sei eine Realisierung bisher durch bürokratische Hemmnisse der Arbeitsbehörden nicht möglich gewesen. Der Präsident der mit 600.000 ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitgliedern größten Wasserrettungsorganisation der Welt sprach sich dafür aus, dass ehrenamtliche Arbeit grundsätzlich auf Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit basieren muss. "Ehrenamtliche Tätigkeit darf nicht mit nebenberuflichen Tätigkeiten in einen Topf geworden werden. Nebenberufliche (gegebenenfalls sogar hauptberufliche) Arbeiten liegen auch bei bezahlten Übungsleitertätigkeiten und Tätigkeiten nach dem 630-Mark-Gesetz vor", so die Auffassung von Wilkens. In einem Zehn-Punkte-Programm setzt sich die DLRG für weitgehende Verbesserungen der ehrenamtlichen Arbeit ein, wie * verbesserte gesetzliche Grundlagen für ehrenamtliche Arbeit * mehr Schutz und Sicherung, etwa in Form von Unfall-/Haftpflichtversicherung * Anerkennung der Bildungsmaßnahmen, zum Beispiel im Rahmen von Bildungsurlaub * Förderung der Aus- und Fortbildung der ehrenamtlich Tätigen * klares einheitliches Grundverständnis von ehrenamtlicher Arbeit * klare Abgrenzung von neben- und hauptberuflichen Tätigkeiten sowie sonstigen wirtschaftlichen Aktivitäten * Vermeidung von Wettbewerbsverzerrung zwischen ehrenamtlich strukturierten Organisationen und Institutionen * Schaffung gleicher Förderbedingungen für staatliche und nichtstaatliche Strukturen, z.B. Technisches Hilfswerk, Feuerwehr, DLRG * steuerliche Anerkennung von gestellten Räumlichkeiten und privat eingebrachter Vermögensgegenstände für gemeinnützige Zwecke * Anrechnung ehrenamtlicher Tätigkeit auf Pflichtdienstzeiten, analog zum Ersatzdienst. Ehrenamtliche Arbeit komme auch in Zukunft nicht ohne feste Verbandsstrukturen aus. Sportvereine, Hilfsorganisationen und andere Verbände mit vielen Millionen Mitgliedern sind ein Fundament unserer Demokratie und ein sozialpolitisch stabilisierender Faktor der Gesellschaft. Neuen Modellen kurzzeitiger, projektbezogener ehrenamtlicher Betätigung sowie der Arbeit von "Freiwilligenagenturen" steht der DLRG-Präsident skeptisch gegenüber. "Im räumlich begrenzten Umfeld ist dieser Ansatz sicher eine sinnvolle Ergänzung, für die flächendeckende Organisation des Wasserrettungsdienstes aber, der überwiegend ehrenamtlich organisiert ist, benötigen wir hingegen Strukturen, die Kontinuität, schnelle Handlungsfähigkeit und Verlässlichkeit garantieren. Dazu sind die neuen Modelle weniger geeignet". Die ehrenamtliche Arbeit in Verbänden ist nach Meinung der Lebensretter ein wichtiger Baustein außerfamiliärer Sozialisation, die präventiv gegen Ausgrenzung, Rechtradikalismus und Gewalt wirkt. Durch die vielfältigen sozialen Kontaktmöglichkeiten über Generationen hinweg sowie die zahllosen Aus- und Weiterbildungsangebote biete sich gerade Jugendlichen die Chance individueller Bildung und Selbstverwirklichung. Diese für die gesamte Gesellschaft wichtige Aufgabe müsse staatlicherseits durch entsprechende Förderung und Modellprojekte stärker als bisher unterstützt werden. Als Hemmnis für ehrenamtliche Arbeit bezeichnete der DLRG-Chef die wachsende Bürokratisierung durch immer umfassendere und restriktivere Gesetze und Verordnungen. "Es wird für die ehrenamtlich Tätigen immer schwieriger in diesem Paragrafendschungel einen Verein ohne Fehl und Tadel zu führen. Nicht nachvollziehbare Gerichtsurteile zu Haftungsfragen verunsichern viele Ausbilder und Helfer am Beckenrand oder Freigewässer. Wir brauchen einfache, verständliche und machbare Regeln für unsere Vereins- und Verbandsarbeit. Der Gesetzgeber muss drastisch deregulieren", sieht Wilkens dringenden Handlungsbedarf. ots Originaltext: DLRG Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für weitere Auskünfte und Rückfragen wenden Sie sich bitte an Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG, Telefon 05723/955441 oder 0172/4244578 Original-Content von: DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, übermittelt durch news aktuell

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