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NDR Rundfunkrat diskutiert aktuelle Fragen zur Berichterstattung und Ergebnisse der Medienforschung

Hamburg (ots) - Der NDR Rundfunkrat hat sich - wie zuvor bereits der Programmausschuss - mit der Berichterstattung der Medien zu Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht 2015 in mehreren deutschen Städten intensiv auseinandergesetzt. Das Gremium war am Freitag, 29. Januar, in Hamburg zu seiner ersten Sitzung im neuen Jahr zusammengekommen. Intendant Lutz Marmor begründete die späte Berichterstattung vor allem mit der mangelhaften Informationspolitik der Kölner Polizei. Auch die Hamburger Polizei habe zunächst von einer "ganz normalen Silvesterlage" gesprochen. Das ganze Ausmaß habe sich verlässlich erst am 4. Januar gezeigt. Grundsätzlich gelte auch weiterhin für alle Redaktionen die Grundsätze "Sorgfalt vor Geschwindigkeit" und "berichten, was ist".

Dagmar Pohl-Laukamp, Vorsitzende des NDR Rundfunkrats: "Der Rundfunkrat hält die Erläuterungen des NDR für gut nachvollziehbar. Das Gremium erwartet auch weiterhin ein hohes Maß an Sorgfalt und Sensibilität in der Berichterstattung über gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Vorgänge. Dies gilt ganz besonders mit Blick auf Migranten und Flüchtlinge, aber ebenso auf Frauen als Opfer von Gewalt in der Öffentlichkeit und im Privaten."

Außerdem informierte sich der Rundfunkrat über die Ergebnisse der jüngsten Imagebefragungen. Die NDR Medienforschung stellte u. a. den so genannten ARD-Trend mit 3135 Befragten vor, den das Institut TNS Infratest durchgeführt hat. Danach ist Das Erste mit einem Zustimmungswert von 51,7 Prozent klar das beliebteste Fernsehprogramm in Deutschland. Zugleich wird dem Ersten mit 77 Prozent Zustimmung die höchste Nachrichtenkompetenz zugeschrieben. Bei aktuellen Ereignissen ist Das Erste für die Mehrheit der Zuschauerinnen und Zuschauer erste Wahl.

Eine weitere repräsentative Umfrage von TNS Infratest mit mehr als 3000 Befragten in Norddeutschland hat ergeben, dass die Menschen den NDR für glaubwürdig halten. Einer entsprechenden Aussage stimmen 86 Prozent der Norddeutschen zu. Die Frage zum Vertrauen ergab ebenfalls einen hohen Zustimmungswert: 82 Prozent sagen, dass sie dem Norddeutschen Rundfunk "voll und ganz" bzw. "eher" vertrauen.

Dagmar Pohl-Laukamp: "Die Ergebnisse der repräsentativen Befragungen sind erfreulich. Sie zeigen, dass sich pauschale Aussagen zu einem generellen Vertrauensverlust in die Medien jedenfalls für den NDR nicht bestätigen. Die Norddeutschen verlassen sich auf die Berichterstattung des NDR und dürfen das auch tun. Die hohen Zustimmungswerte sind für den Sender Lob und Verpflichtung zugleich."

Zwei Programmbeschwerden, die zuvor im Programmausschuss behandelt worden waren, standen ebenfalls auf der Tagesordnung des Rundfunkrats. In keinem Fall sah der Rundfunkrat die staatsvertraglich festgelegten Programmgrundsätze verletzt und wies die Beschwerden ab.

29. Januar 2016

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