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NRZ: Interview mit Gesine Schwan

    Essen (ots) - SPERRFRIST FREITAG 06.00 Uhr

      Essen. Gesine Schwan fühlt sich von Bundespräsident Horst Köhler
ausgegrenzt. Seine SPD-Herausforderin ist "ein wenig verblüfft" über
die Konsequenz, mit der Köhler gemeinsame Auftritte meide. So wünsche
er am Auschwitz-Gedenktag keine Begegnung mit ihr im Bundestag. Der
in Essen erscheinenden Neuen Ruhr/ Zeitung (Freitagsausgabe) sagte
sie: "Mit solchen Fragen würde ich persönlich spontaner und weniger
auf Abgrenzung bedacht umgehen."

        An ihrer Bewerbung will Schwan auch dann festhalten, wenn die
bürgerlichen Parteien die Hessen-Wahl in Hessen gewinnen und ihre
Mehrheit in der Bundesversammlung ausbauen sollten. Die SPD habe sie
nominiert, "wir Sozialdemokraten verstehen zu kämpfen", sagte sie.

        Schwan spürt allerdings "mehr Gegenwind" als bei ihrer ersten
Kandidatur im Jahr 2004. Der Grund sei, dass die Mehrheiten knapper,
ihre Chancen besser seien. "Es hängt viel davon an, ob die nächste
Bundesversammlung eine Lager- oder eine Persönlichkeitswahl wird", so
Schwan. Sie glaube, es gebe allgemein ein Bewusstsein dafür, "dass
das Amt des Bundespräsidenten zu oft für machttaktische Spielchen
missbraucht wurde." Zur Finanzkrise sagte sie, "es ist schon
auffällig, wie manche Leute in diesem Land alle anderthalb Minuten
ihre Meinung wechseln. Im Moment geht die Stimmung voll gegen die
Manager. Das wird sich aber auch wieder ändern." Es würde Schwan nach
eigenen Worten reizen, eine Rede zu halten, in der auch Banker sich
als Partner verstanden fühlten. Sie fügte hinzu: "Ein Bundespräsident
sollte kein Wellenreiter sein", sondern ruhig und besonnen die
Zusammenhänge erklären.

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