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Westfalenpost: Martin Korte zur päpstlichen Umweltenzyklika

Hagen (ots) - Jetzt wird er wieder mit Lob überschüttet. Papst Franziskus hat mit seiner Umweltenzyklika erneut den Finger in die Wunde gelegt. So können wir nicht mit der Schöpfung umgehen, kritisiert das Oberhaupt der Katholischen Kirche die Industriestaaten. Also auch uns! Umweltministerin Hendricks spricht von einem Weckruf.

Der Papst hat selbstverständlich recht. Aber für einen Weckruf ist es doch ein bisschen spät. Wer jetzt noch glaubt, Klima- und Umweltschutz seien unwichtige Handlungsfelder von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, dem kann auch der Papst nicht mehr helfen. Wer nun applaudiert, der darf nicht ausblenden, dass der Papst auch unangenehme Wahrheiten ausspricht, die sogar den selbsternannten (und angeblichen) Klima-Musterknaben aus Deutschland nicht in den Kram passen. Denn Franziskus stellt eine enge Verbindung her zwischen Umweltschutz und Armut. Er sagt: Den Armen geht es schlecht, weil die Reichen die globalen Ressourcen auf ihre Kosten ausbeuten. Der Papst stellt also grundsätzlich die Macht der Ökonomie in Frage und fordert: Wachstum darf nicht alles sein. Es ist gut, dass Franziskus erneut für die Bewahrung der Schöpfung kämpft. Für die Umsetzung sind aber andere zuständig. Es nützt nichts, dem Papst jetzt zuzustimmen - und dann so weiter zu machen wie bisher.

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