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Neue OZ: Kommentar zu Parteien
SPD

    Osnabrück (ots) - Ziemlich zerzaust

    Als Ostfriese ist Garrelt Duin eine steife Brise gewohnt. Bei seiner Parteiarbeit kommt ihm das nun zugute. Denn dem SPD-Landeschef bläst derzeit der Wind immer wieder kräftig ins Gesicht. Dass er den Sprung ins SPD-Präsidium verpasste, ist nur ein weiteres Beispiel. Erst im August hatte Duin bei der Wiederwahl zum Vorsitzenden im Parteibezirk Weser-Ems einen Dämpfer hinnehmen müssen.

    Die Hintergründe sind klar: Dazu zählt der allgemeine Unmut über den von Gerhard Schröder autoritär durchgesetzten Radikal-Reformkurs der SPD, dem auch die Landespartei nichts entgegensetzte. Hinzu kommt Duins glückloses Agieren im Streit um eine neue Organisation der Partei und in der Kontroverse mit der zur CDU gewechselten einstigen SPD-Hoffnungsträgerin Swantje Hartmann. Souveräne Parteiführung sieht anders aus.

    Alles in allem sieht der Landesvorsitzende also ziemlich zerzaust aus. Seine Aussichten, Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2013 zu werden, sind eindeutig gesunken. Die Segel streichen muss Duin aber (noch) nicht. Trösten kann er sich damit, dass auch Männer wie der neue Parteichef Sigmar Gabriel schon einmal bei Präsidiumswahlen durchgefallen sind. Im Übrigen könnte aktuell auch eine Rolle gespielt haben, dass die Niedersachsen bereits stark in der engeren Parteiführung vertreten sind.

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