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Neue OZ: Kommentar zu Geburtenentwicklung

    Osnabrück (ots) - Zu früh gefreut

    Ursula von der Leyen hat sich zu früh gefreut. Gern hat die Familienministerin bisher den Anstieg der Geburtenzahlen als einen Erfolg ihrer Politik verbucht. Doch es ist zu einfach, einen direkten Zusammenhang herzustellen, wie die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik belegen.

    So geht beispielsweise die Rechnung nicht auf, wonach eine Zunahme der Kita-Plätze für unter Dreijährige bereits die Geburtenzahlen nach oben schnellen lässt. Ein gut ausgebautes Angebot bei der Ganztagsbetreuung besteht seit Jahren in den östlichen Bundesländern, doch es führte noch lange nicht zum Baby-Boom.

    Denn Paare entscheiden sich aus zahlreichen Gründen für oder gegen den Nachwuchs. Die persönliche Einstellung von Frauen und Männern zum Kinderwunsch spielt eine viel größere Rolle als staatliche Förderung oder Vernachlässigung der Familie. Die wirtschaftliche Entwicklung und die Finanzkrise wirken sich wohl ebenfalls aus - auch wenn sich dies nicht nachweisen lässt.

    Doch gleichzeitig widersprechen die jüngsten Geburtenzahlen auch nicht der Politik. Die Rahmenbedingungen für Familien zu verbessern durch Elterngeld, Kinderbetreuung und einen Mentalitätswandel bei den Männern: Das entspricht nachweisbar dem Wunsch vieler Eltern und vor allem von Frauen, die gern Beruf und Kinder vereinbaren wollen.

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