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Neue OZ: Kommentar zu Verkehr
Radarkontrollen

    Osnabrück (ots) - Vertrauen ist gut, Kontrolle besser

    Jeder dritte Verkehrstote in Europa ist das Opfer überhöhter Geschwindigkeit. Durch intensive Überwachung der Tempolimits ließe sich die Zahl der Toten um jährlich 6000 verringern, schätzt der Europäische Verkehrssicherheitsrat. An der Notwendigkeit schärferer Kontrollen kann mithin kein Zweifel bestehen.

    Doch dürfen dazu lückenlos alle in einem bestimmten Abschnitt fahrenden Autos erfasst werden? Die Antwort kann nur lauten: Ja, wenn diese Methode denn tatsächlich so viel abschreckender ist als stationäre Messungen. Daran ändern auch datenschutzrechtliche Einwände nichts. Natürlich ist es ein schweres Manko, dass bei Totalkontrollen ganzer Streckenabschnitte erst einmal sämtliche Fahrer unter Generalverdacht gestellt werden. Doch wiegt dies höher als der Schutz des Lebens? Wohl kaum.

    Im Übrigen ist es technisch ein Einfaches, die Daten und Bilder von Autofahrern, die sich nichts zuschulden kommen lassen, sofort unwiderruflich wieder zu löschen, um sie vor Missbrauch zu schützen. Damit dies auch tatsächlich geschieht, empfiehlt sich allerdings eine strenge Überwachung der Überwacher. Denn Vorratsdatenspeicherungen sind verlockend, wie der Schnüffelskandal bei der Deutschen Telekom gezeigt hat. Für ausnahmslos alle muss deshalb gelten: Vertrauen ist gut - Kontrolle besser.

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