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WAZ: Warum Hochtief anders ist. Kommentar von Ulf Meinke

Essen (ots) - Es ist eine erstaunliche Allianz, die sich für Hochtief gebildet hat: Anlegerschützer, die befürchten, dass ihre Aktien unter Wert verkauft werden. Bauarbeiter ebenso wie Top-Manager, die Angst um ihren Job haben. Politiker, die sich ernsthaft um den Standort Deutschland und/oder Wählerstimmen Sorgen machen.

Bemerkenswert ist auch: Zuletzt waren es in der Regel angeschlagene Unternehmen, die nach politischer Hilfe riefen. Der Staat stützte marode Banken mit Milliarden und schaltete sich beim Gezerre um Karstadt ein. Diesmal aber ist es eine strotzgesunde Firma, die auf Rückendeckung hofft. Ironischerweise könnte dem Baukonzern Hochtief zum Verhängnis werden, dass er zu solide gewirtschaftet hat. Die Firma ist praktisch schuldenfrei, an der Börse aber relativ schwach bewertet.

Es gibt gute Gründe, den Zugriff auf Unternehmen wie Hochtief durch strengere Übernahmegesetze zu erschweren. Marktwirtschaftliche Prinzipien werden damit nicht außer Kraft gesetzt. Schließlich würden die neuen Regeln nicht nur für Hochtief gelten, sondern im besten Fall auch andere Unternehmen schützen.

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