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WAZ: Frau Guttenbergs Fehler. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Auf seinem Weg zur Kanzlerkandidatur kann sich Karl-Theodor zu Guttenberg der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Stephanie sicher sein. Das Paar, natürlich schon zigfach mit den Kennedys verglichen, glänzt tagtäglich in der Öffentlichkeit. Auch weil die zu Guttenbergs für jene, die sich mehr Glamour in der Politik wünschen, wie ein deutsches Königshaus daherkommen, das am besten auf Schloss Neuschwanstein seine Prinzessinnen großziehen sollte.

Ihrer Rolle als engagierte Streiterin wird die Freifrau mit der Kampagne zu sexueller Gewalt gegen Kinder gerecht. Sie hat sich nur die falschen Partner gesucht. Dass der Schmuddelsender RTL 2 mit seiner unerträglichen Reihe "Tatort Internet - schützt endlich unsere Kinder" eher an Sensationen als an Aufklärung interessiert ist, hätte die kluge Frau wissen können. Sie hat ihren Na- men für eine Sendung hergegeben, die nicht nur unangemessen reißerisch inszeniert wird, sondern offenbar die Persönlichkeitsrechte mutmaßlicher Kinderschänder nicht ausreichend beachtet. Denn die haben sie in einem Rechtsstaat. Juristische Folgen drohen, vielleicht passiert noch Schlimmeres. RTL 2 wird's kaum scheren, falls die Quote stimmt. Frau zu Guttenberg muss es scheren.

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