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WAZ: Öko-Katastrophe in Italien - Rätselhaft. Kommentar von Christa Langen-Peduto

Essen (ots) - Öl, das von Tankschiffen ins Meer abgelassen wird, damit hatte Italien schon des öfteren zu tun. Doch dass tonnenweise Öl offenbar von Kriminellen in einen Fluss abgeleitet worden ist, wie jetzt in der Nähe des norditalienischen Monza, das gab es noch nie. Die ersten Hilfsmaßnahmen zur Verringerung einer noch größeren Umweltkatastrophe spiegeln Ohnmacht wider. Trotz des verzweifelten Engagements der Helfer hat die Strömung die schwarze Öl-Welle vom Fluss Lambro schon in den Po weitergespült. Der finanzielle Schaden dürfte mehrere Millionen Euro betragen, das Ökosystem leidet, langfristig ist die Landwirtschaft und damit die Existenz vieler Menschen bedroht. Wer kann so etwas gewollt haben? Die Hintergründe sind rätselhaft. Doch zweifellos gibt es viele Mitschuldige. Umweltpolitik wird in Italien seit Jahren in die Ecke gedrängt und die Regierung Berlusconi behandelt sie besonders stiefmütterlich. Das Öko-Bewusstsein wird kaum gefördert. Die Ölpest ist noch nicht einmal ein großes Thema in den italienischen Medien. Vielleicht liegt das daran, dass der in Schönfärberei spezialisierte Regierungschef die schwarzen Seiten Italiens lieber unterschlägt. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-6528 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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