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WAZ: Rauball und die Gelassenheit. Kommentar von Reinhard Schüssler

    Essen (ots) - Der Mann gilt als ein mit allen Wassern gewaschener Jurist, der seine Worte wohl überlegt. Wenn Reinhard Rauball also zu einem "Rundumschlag" - so die Interpretation des "Sportinformationsdienstes" -- gegen die Bochumer Staatsanwaltschaft ausholt, wird er sich dabei etwas gedacht haben.

    Tatsächlich sieht sich die Bochumer Staatsanwaltschaft nicht zum ersten Mal der Kritik ausgesetzt, sich besonders medienwirksam in Szene zu setzen. Indem der DFL-Chef den Ermittlern jetzt öffentlich vorwirft, übers Ziel hinaus geschossen zu sein und ihnen dabei zwischen den Zeilen gar übertriebenes Geltungsbedürfnis unterstellt, trägt er nicht zur Versachlichung der Debatte um die Dimension des Wettskandals im Profifußball bei.

    Im Gegenteil: Rauball, der selbst nicht gerade das Rampenlicht scheut, nährt den Verdacht, dass hinter seiner Kritik auch ganz persönliche Motive stehen. War der BVB-Präsident doch schon bei Bekanntwerden des Skandals weniger über die Manipulationsvorwürfe an sich als über den Alleingang der Bochumer Staatsanwälte empört, bei deren Pressekonferenz die DFL außen vor geblieben war.

    Zu Beginn seiner gestrigen Rede in Frankfurt hatte Rauball im Übrigen seine Zuhörer zu "mehr Gelassenheit" aufgefordert. Er selbst scheint sich dabei nicht zugehört zu haben.

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