Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Schulz steckt im Dilemma - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Es geht um viel bei Thyssen-Krupp: Es geht nicht nur um die Bewältigung der aktuellen Krise, es geht um die Zukunftsfähigkeit des Konzerns, und es geht nicht zuletzt um die so hochgelobte Unternehmenskultur bei Thyssen-Krupp. Hier steckt Konzernchef Ekkehard Schulz in einem Dilemma, das er in Teilen selbst verschuldet hat. Aus Sicht des Managements sind der Umbau und die Wegnahme von schwerfälligen Verwaltungsorganisationen nachvollziehbar. Wer so etwas vorhat, orientiert sich zuweilen an der alten Redewendung: "Wer den Sumpf austrocknen will, darf nicht mit den Fröschen reden." Der Fall liegt hier aber doch etwas anders. Jetzt, in der Krise, wird offenbar, dass Thyssen-Krupp zu behäbig, zu langsam ist. Die Kostenüberschreitungen bei den Stahlwerken in Brasilien und Alabama hat das Management zu verantworten. Die Strategie, stückchenweise den Konzern mit einer Halbwertszeit von kaum vier Wochen umzukrempeln, verspielt das Vertrauen der Belegschaft. Die fragt sich: Auf was ist noch Verlass? Ein Umbau gegen die Belegschaft ist gewiss schwerer als mit ihr.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-2727
zentralredaktion@waz.de

Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: