Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

Neuer Präsident der öffentlichen Banken in Europa (EAPB), Dr. Kulterer, kritisiert Basel II

    Brüssel (ots) - Anlässlich der Mitgliederversammlung am 9.
November 2001 wurde Dr. Wolfgang Kulterer, Vorstandsvorsitzender der
österreichischen Hypo Alpe-Adria-Bank, einstimmig zum neuen
Präsidenten  des Europäischen Verbandes Öffentlicher Banken (European
Association of Public Banks - EAPB) gewählt. Die Mitglieder des EAPB
sind öffentliche Banken sowie kommunale Finanzierungsinstitute aus
Finnland, Österreich, Dänemark, Schweiz, Portugal und Deutschland.
Die Hypo Alpe-Adria-Bank mit Hauptsitz in Klagenfurt/Kärnten
konzentriert ihre geschäftlichen Aktivitäten - aufbauend auf dem
Universalbankprinzip - auf den Alpen-Adria-Raum. "Gerade im Bereich
von grenzüberschreitenden Projektfinanzierungen und im
Hypothekargeschäft hat die Hypo Alpe-Adria-Bank in diesem Marktgebiet
Erfahrungen und Know-how gesammelt, welche Investoren, die die
Chancen der EU-Erweiterung erkennen, zur Verfügung gestellt werden
können", betont Kulterer.
    
    In seiner Rolle als neuer Präsident sprach sich Kulterer strikt
gegen die neuen Basler Eigenkapitalregelungen (Basel II), wie sie
derzeit geplant sind, aus. Für besonders problematisch hält der neue
EAPB-Präsident die Überlegungen zu den Regelungsbereichen
"Überprüfung durch die Aufsicht" und "Marktdisziplin", den
sogenannten Säulen II und III von Basel II. Diese Regelungen griffen
ordnungspolitisch an sensiblen Stellen in das System der freien
Marktwirtschaft ein. Sie seien nur bedingt geeignet, Bankenkrisen zu
verhindern und gewährten außerdem der Bankenaufsicht weitgehende
Eingriffsrechte in die Geschäftsführungsverantwortung der Banken. Die
neuen Regelungen würden das Bankgeschäft bürokratisieren, ohne die
Risikosteuerung nachhaltig zu verbessern oder auf die
Vertrauensbeziehung zwischen Bank und Kunden Rücksicht zu nehmen. Sie
griffen in die Preisgestaltung der Banken direkt ein.
    
    Außerdem müsse überlegt werden, ob dieses Gremium internationaler
Bankenaufseher, welches keiner parlamentarischen Kontrolle
unterliegt, Entscheidungen mit derart tiefgreifenden Auswirkungen auf
das Wirtschaftsleben treffen dürfe. Laut Kulterer sei zu befürchten,
dass die neuen Basler Anforderungen zu erheblichen Mehrbelastungen
der Banken und damit auch bei deren gewerblichen Kunden führen
würden. Vor allem Kredite an mittelständische Unternehmen würden sich
infolge von Basel II erheblich verteuern. Basel II in seiner jetzigen
Form ziehe einen Wachstumsrückgang der europäischen Wirtschaft nach
sich.
    
    Kulterer betonte auch die Bedeutung der Öffentlichen Banken mit
ihren speziellen Angeboten an Finanzdienstleistungen bei der
EU-Erweiterung, da sie sowohl in Zentral- als auch Ost-Europa
vertreten sind. Der EAPB werde die Zusammenarbeit mit diesen
Instituten forcieren und die Erweiterung der Europäischen Union aktiv
unterstützen. Darüberhinaus werde er, so Kulterer, die Erfahrungen
der Hypo Alpe-Adria-Bank, die bereits in Slowenien, Kroatien und
Bosnien-Herzegowina mit über 70 Standorten vertreten ist, in dieses
Engagement einfließen lassen.
    
    www.eapb.be
    
ots Originaltext: Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Rückfragen bitte an:
European Association of Public Banks - EAPB
Avenue de la Joyeuse Entrée 1 - 5
Tel.: +32/2/286 90 62
Fax:  +32/2/231 03 47
B- 1040 Brussels••
Belgium
E-Mail: christina.thomas@voeb.de

Original-Content von: Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

Das könnte Sie auch interessieren: