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Rheinische Post: Hollande hat nichts mehr zu verlieren Kommentar Von Christine Longin

Düsseldorf (ots) - Die Entscheidung fiel schneller und deutlicher als erwartet: Die französische Regierung musste zurücktreten, um einen Neuanfang in anderer Besetzung zu schaffen. Eine überraschende Initiative des als zögerlich bekannten Präsidenten Hollande. Gestern griff er durch und warf seinen aufmüpfigen Wirtschaftsminister Montebourg raus, dessen kritische Kommentare er zwei Jahre lang erduldet hatte. Montebourg hatte am Wochenende den Bogen überspannt. Nur wenige Tage nachdem der Präsident versichert hatte, an seiner Reformpolitik festzuhalten, trat Montebourg offen für einen Kurswechsel ein. Der selbst ernannte Industriepatriot setzt auf staatliche Investitionen, um die angeschlagenen Unternehmen des Landes zu retten. Und damit das Geld dafür da ist, soll der Sparkurs aufgeweicht werden. Frankreich kämpft gegen eine Rekordarbeitslosigkeit, eine stagnierende Wirtschaft und ein riesiges Haushaltsloch. Ohne regierungsinterne Kritiker wie Montebourg ist es für Hollande sicher leichter, seine Politik umzusetzen. Der Präsident, dessen Beliebtheit auf dem Tiefpunkt ist, hat nicht mehr viel zu verlieren. Vielleicht auch deshalb entschloss sich der ewige Zauderer, endlich einmal zu handeln.

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