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Rheinische Post: Lehrer im Visier

    Düsseldorf (ots) - von Detlev Hüwel

    Im Juni hatte der Bundesgerichtshof die Klage einer Lehrerin verworfen, die sich durch das Internet ("spickmich.de") verunglimpft sah. Die Causa ist allerdings noch nicht beendet, denn nun hat das für das Grundrecht auf Persönlichkeitsschutz zuständige Bundesverfassungsgericht das letzte Wort. Der Vorstoß von NRW-Schulministerin Barbara Sommer, die für eine neuartige schulinterne Bewertung eintritt, weist den Weg in die richtige Richtung. Kritiker mögen einwenden, dass die Ergebnisse eines solchen "Rückmeldesystems" nur der jeweiligen Lehrkraft zugänglich sind. Aber spricht daraus nicht ein abgrundtiefes Misstrauen gegenüber den Lehrern, die doch im Krisenfall sofort auf den Plan gerufen werden, wenn die Schule mal wieder als Reparaturbetrieb herhalten soll? Es hieße die Lernfähigkeit und -willigkeit der Pädagogen gehörig zu unterschätzen, wenn man annimmt, dass sie über ernstzunehmende Schülereinwände einfach hinweggingen. Gegen diskrete Kritik ist nichts einzuwenden, sehr viel aber gegen Verunglimpfung im Internet, gegen die man sich kaum wehren kann. Man stelle sich nur vor, der Spieß würde umgedreht, und die Schüler würden von ihren Lehrern an den Pranger gestellt  mit vollem Namen!

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