Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Messen
Grüne Wochen

    Osnabrück (ots) - Handeln statt Häppchen

    Ilse Aigners erster Auftritt auf der Grünen Woche ist gelungen. Die neue Landwirtschaftsministerin hat ihre Messepremiere souverän und gelassen absolviert - und es dabei nicht beim Zuprosten, Häppchenessen und Folklore belassen.

    Denn sie weiß sehr wohl um die große Sorge der Landwirte, dass die Wirtschaftskrise auf den Agrarsektor durchschlagen könnte. Verstanden hat das auch EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel, die überraschend neue Exportsubventionen für die Milchbauern in Aussicht gestellt hat. Das zeigt, wie brenzlig auch Brüssel die Lage der Landwirte einschätzt. Schließlich ist ja Ziel der EU-Agrarreform, Subventionen abzubauen. Doch schon jetzt setzen niedrige Weltmarktpreise europäische Erzeuger derart unter Druck, dass Exporteinbrüche nicht mehr auszuschließen sind.

    Aigner hat aber noch ein anderes, entscheidendes Thema benannt: In rund 40 Jahren müssen Agrarprodukte eine Weltbevölkerung von rund neun Milliarden Menschen ernähren. Die Veranstalter der Grünen Woche werden künftig ihr Etikett "Schlemmermeile" der Megaschau nicht mehr guten Gewissens aufkleben können. Wie soll das auch gehen: In Berlin eine Leistungsschau der Landwirtschaft feiern - und gleichzeitig verhungern täglich rund 20000 Menschen? Wir erinnern uns: Die Vereinten Nationen hatten sich als Millenniumsziel vorgenommen, bis 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren. Davon ist die Menschheit meilenweit entfernt.

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