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Rheinische Post: Obamas Einladung

    Düsseldorf (ots) - von Godehard Uhlemann

    Barack Obama wird immer mehr zum Abbruchunternehmer bislang festgefügter amerikanischer Politik-Bastionen der Ära Bush. Er schafft Raum für neue Vorstellungen und Entwürfe. Amerikas neuer Präsident will weniger anderen Ländern diktieren, er will stärker kooperieren. Auch das ist ein Bruch mit der Bush-Ära. Obama bietet der muslimischen Welt die offene Hand. Die sollte einschlagen, sonst läuft der neue Präsident ins Leere. Steht die Welt nun an der Schwelle globaler Freundschaft und am Grabe einer exzessiv ausgelebten Feindschaft? Nein. Die nationalen Interessen und Egoismen wuchern noch zu stark. Obama will direkte Gespräche mit Iran. Doch sie machen nur Sinn, wenn auch die Mullahs kompromissbereit sind. Der Nahost-Konflikt ist nur lösbar, wenn beide Seiten Maximalforderungen abschwören. Über was soll man direkt mit der palästinensischen Hamas reden, solange sie noch die Vernichtung Israels als Ziel formuliert? Die muslimische Welt ist jung und entwicklungshungrig. Doch wer bremst dort die Heißsporne, die vor allem an Terror glauben? Obama plant eine große Rede in einem muslimischen Land. Das ist ermutigend, denn es signalisiert, dass Obama die Menschen dort ernst nimmt. Sie sollten aber auch Obama ernst nehmen.

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