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Weser-Kurier: Zum Bremer Aktionsplan gegen Homo-, Trans- und Interphobie schreibt Silke Hellwig:

Bremen (ots) - Es gibt wichtige Entscheidungen, die der Senat nicht mehr vor der Wahl entscheiden mag. Und es gibt einen "Landesaktionsplan gegen Homo-, Trans- und Interphobie". Andere Länder haben so etwas schon, und das ist auch gut so, obgleich man nicht weiß, ob sich Homo- oder Transsexuelle dort seither angenommener fühlen. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, dass man die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität anderer respektiert. In den vergangenen Jahren mag sich, vor allem auf rechtlicher Ebene, einiges getan haben, Vorbehalte haben überdauert. Eine EU-weite Umfrage zeigt, dass fast die Hälfte der befragten Lesben, Schwulen, Bi- oder Transsexuellen tragisch genau wissen, was Intoleranz ist. Sie wurden angemacht oder ausgelacht, geschnitten oder missbilligt. Beinahe ein Drittel wurde angegriffen oder bedroht - im Europa des 21. Jahrhunderts. Ein Aktionsplan zeugt von guter Absicht, wird aber tatsächlich kaum viel daran ändern können, dass "schwul" und "Schwuchtel" auf Schulhöfen als Schimpfwörter benutzt werden. Es kommt wie so oft darauf an, dass Einzelne ihren Beitrag zu der Welt leisten, in der sie gerne leben wollen. Das heißt: den Mund aufmachen und sich einmischen, wenn beispielsweise irgendwer meint, entscheiden zu können, wer wobei doch ein bisschen Spaß verstehen muss.

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