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Weser-Kurier: Über Niedersachsens Grüne schreibt Peter Mlodoch:

Bremen (ots) - Im Rausch der neuen Regierungsmacht scheinen Niedersachsens Grüne ziemlich brav geworden zu sein. Ministerämter und das gute Klima in der Koalition mit der SPD ließen sie so manche Kröte Schlucken. Von einem kraftvollen Aufmucken gegen sozialdemokratische Autobahn-Gelüste ist nichts zu spüren; radikale Forderungen nach Abschaffung des Verfassungsschutzes wurden still begraben. Kritische Anträge für Parteitage etwa zur Schulpolitik werden oft bereits im Vorfeld bereinigt. Den Vorgaben Realitätssinn und Pragmatismus hat man sich unterworfen. Doch plötzlich muckt die Grüne Jugend auf und erteilt dem Fracking-Erlass des grünen Umweltministers Stefan Wenzel eine Abfuhr: Ein Verbot der umstrittenen Gasförder-Methode ohne Ausnahmen fordert der Parteinachwuchs. Er reagiert damit auf Proteste in der Bevölkerung sowie bei Umweltinitiativen. Bei den Betroffenen haben die etablierten Grünen längst ihren Kredit als einstige Öko-Rebellen verspielt. Der Antrag der Grünen Jugend für den Parteitag in Hameln ist der Versuch, verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Gleichzeitig birgt der Vorstoß aber einen Sprengsatz für das rot-grüne Bündnis im Land. Folgt die Basis ihren früheren Prinzipien, droht mächtig Ärger mit dem SPD-geführten Wirtschaftsministerium.

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