DIE ZEIT

Ex-BDI-Chef Henkel räumt Beschädigung des Verbandes ein

    Hamburg (ots) - Der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hat eingeräumt, das Ansehen des Verbandes mit seiner Kritik an der Ernennung des CDU-Abgeordneten Norbert Röttgen zum Hauptgeschäftsführer beschädigt zu haben. "Das ist sicher kurzfristig der Fall", sagt der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in der ZEIT. Dennoch verteidigt er sein Vorgehen: "Es ging darum, zu verhindern, dass der BDI langfristig geschwächt wird." Sein offener Brief mit der Kritik an Röttgens Doppelfunktion als Verbandsgeschäftsführer und Abgeordneter habe "dem BDI zweieinhalb Jahre quälender Diskussion um Doppelbelastung und Interessenkonflikte erspart".

    Henkel verwahrt sich entschieden gegen den Vorwurf, er habe mit seinem Brief den amtierenden BDI-Präsidenten Jürgen Thumann oder dessen politische Linie kritisieren wollen. Es gehe ihm einzig um die Unabhängigkeit des Industrieverbandes. Henkel: "Ich habe nichts dagegen und habe größtes Verständnis dafür, dass Herr Thumann Frau Merkel den Rücken stärkt ... Es gibt zur Zeit keine Alternative zur Großen Koalition. Ich halte die Kritik am so genannten Schmusekurs von Herrn Thumann deshalb für nicht angebracht."

    Henkel gibt in der ZEIT auch zu erkennen, dass er die Entscheidung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) missbilligt, die seit 1995 den CDU-Abgeordneten Reinhard Göhner als Hauptgeschäftsführer akzeptiert. Der habe, so Henkel, bei seiner Bestellung versprochen, seinen Sitz im Bundestag aufzugeben: "Jetzt sitzt er da immer noch."

    Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 31 vom 27. Juli 2006     senden wir Ihnen gerne zu.

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