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Telekom nimmt ersten autarken Mobilfunkstandort in Bayern in Betrieb

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MEDIENINFORMATION

Mittenwald, 2. Juli 2026

Telekom nimmt ersten autarken Mobilfunkstandort in Bayern in Betrieb

  • Standort versorgt die B2 und Regionalbahn
  • Telekom nutzt Solarstrom und Flüssiggas für Standortbetrieb
  • Pilotprojekt für weitere Standorte in abgelegenen Gebieten

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Der Standort steht zwischen Mittenwald und dem österreichischen Scharnitz beim Parkplatz Brunnsteinhütte. Der graue Schleuderbetonmast ist gerade einmal 20 Meter hoch und fügt sich farblich harmonisch in die grauen Felsen des Wettersteingebirges ein, das sich massig im Hintergrund erhebt (Foto 1: Grau in Grau). Dennoch lehnte die Kommune den Standort ab, um das vertraute Bild der Landschaft zu bewahren. Nichts Besonders in Oberbayern. Sieben der zehn größten Funklöcher in Deutschland sind hier. Was den Standort besonders macht ist etwas anderes – er kommt ohne Stromanbindung aus.

Die Hürde Stromanschluss

Dirk Schröder ist bei der Telekom für das Projekt verantwortlich. Er erzählt: “Bezüglich der Stromanbindung standen wir vor dem Problem sehr hoher Kosten.” Dabei liegt der Ort in direkter Linie kaum zwei Kilometer vom Ortseingang Mittenwald entfernt. Zahlreiche Varianten wurden geprüft: Schließlich gibt es eine Bahnstrecke und Überlandleitungen in unmittelbarer Nähe, selbst eine Versorgung aus Österreich wurde geprüft. Und so wundert es nicht, dass der Rohbau für den Mast schon seit 2022 steht. “Die vorhandenen Stromleitungen sind leider nicht für unsere Belange ausgelegt”, sagt Schröder. Ein regulärer Stromanschluss hätte hier 300.000 bis 400.000 Euro gekostet. Aus diesem Grund fiel die Entscheidung, an diesem Standort ein Pilotprojekt zu starten. Die Mobilfunkstation wird nun völlig autark betrieben.

Clever konstruiert: So funktioniert die unabhängige Energieversorgung

Neben dem Mast ist ein Unterstand gebaut worden, der an drei Seiten von Wänden umschlossen ist. Davor ruht ein schwerer, grüner Tank für Flüssiggas. Unter dem Dach steht der Generator, der im Notfall mit LPG-Gas betrieben wird. Auf der gegenüberliegenden Seite sind in zwei großen Schränken die Mobilfunktechnik, die Batterien und die Wechselrichter untergebracht (Foto 2: Ein autarker Standort). Das Dach ist mit Photovoltaikmodulen bedeckt. Auch an der Rückwand der Konstruktion sind Solarmodule im 90-Grad-Winkel montiert. „Diese Bauweise soll verhindern, dass die Anlage im Winter einschneit, und den Stromertrag in den sonnenarmen Monaten gezielt anheben”, erklärt Schröder. “Wir müssen beobachten, wie gut das an dieser Stelle funktioniert.” (Foto 3: Solarpanelenwand)

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Die gewonnene Sonnenenergie wird in den Batterien gespeichert. Die gesamte Technik läuft auf 48 Volt und wird im Normalbetrieb direkt aus den Batterien gespeist. Die aktuelle Anlage ist auf eine Leistung von 2,5 Kilowatt dimensioniert. Dies reicht für den laufenden Betrieb dieses Standorts aus und bietet genügend Puffer, um Lastspitzen sicher abzufangen. Fällt die Batteriespannung bei schlechtem Wetter unter einen festgelegten Prozentsatz, schaltet sich automatisch ein Backup-Generator ein. Dieser wird mit LPG-Gas betrieben und lädt die Speicher in maximal fünf Stunden wieder auf. Eine vollständig geladene Batterie kann den Standort zwei bis drei Tage lang autark versorgen, sodass der Generator selbst im Winter nicht dauerhaft in Betrieb sein soll – so das Ziel.

Eine Premiere für alle Beteiligten

Dass dieser Standort technisches Neuland bedeutet, zeigt sich auch am heutigen Vor-Ort-Termin. Über ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Firmen (Telekom, Delta, ISS und PASM) sind vor Ort und nehmen den Standort unter die Lupe. Schließlich müssen die Abläufe für diesen Standort geklärt werden. Welche Firma ist für was zuständig? Wie läuft die Übergabe bei Problemfällen? Das alles muss festgelegt werden und sich einspielen. (Foto 4: Vier Firmen - ein Ziel.)

Bewährungsprobe und Zukunftspläne

Die Telekom sammelt mit diesem Projekt wichtige Erfahrungen für die Zukunft. Die genauen Ergebnisse fließen in die Entwicklung kommender Standorte ein. Nach dem Winter wird man erste belastbare Erkenntnisse haben, ob das Konzept trägt. Um den Aufbau in Zukunft weiter zu vereinfachen, arbeitet das Unternehmen zudem an standardisierten Containerlösungen, die ohne aufwendige Fundamente auskommen, wie die Konstruktion bei Mittenwald. Zum Einsatz könnten solche autarken Standorte in Zukunft beispielsweise entlang der Autobahnen kommen. Auch hier würden für die Stromanbindung zum Teil extrem hohe Kosten entstehen. Perspektivisch zieht die Telekom auch die Nutzung von Windkraft in Betracht, wie sie bereits an einem Pilotstandort in der Nähe von Chemnitz erprobt wird. Die Genehmigungsverfahren für Windräder erhöhen aber die Komplexität für solche Standorte zusätzlich.

Im Einklang mit der Umgebung: Infrastruktur trifft Landschaft

Noch ein Wort zum Thema “Bewahrung des Landschaftsbildes“. Natürlich ist das ein wichtiges Thema. Aber der Mobilfunkstandort der Telekom steht keineswegs in einer unberührten Natur. Zu beiden Seiten erstrecken sich Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Der Standort selbst gehört zu einem bestehenden Parkplatz. Nicht weit entfernt laufen Überlandleitungen auf Mast, die mehr als doppelt so hoch sind, wie der Mobilfunkstandort. (Foto 5: Infrastruktur sichtbar gemacht). Und ganz wichtig: Die Anlage ist kein Selbstzweck. Sie versorgt die Regionalbahnstrecke an dieser Stelle, die parallel zur viel befahrenen B2 verläuft (Foto 6: Versorgungsziel Regionalbahn und B2).

Deutsche Telekom AG
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Dr. Markus Jodl, Unternehmenssprecher
Tel.: 0171 206 23 84
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