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20.07.2020 – 16:03

Universität Koblenz-Landau

Präsidentin der Universität Koblenz-Landau will akademische Standorte bis Jahresende stärken

Präsidentin der Universität Koblenz-Landau will akademische Standorte bis Jahresende stärken

Die Präsidentin der Universität Koblenz-Landau, Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, möchte die Gestaltungschancen der beiden akademischen Standorte Koblenz und Landau bis zum Jahresende weiter stärken. Ab 1. Januar 2021 wechselt die Präsidentin, wie am Freitagabend bekannt wurde, in gleicher Funktion an die Universität Hildesheim.

"Mir war und ist es sehr wichtig, dass sich die akademischen Standorte so schnell wie möglich selbst vertreten, ihr Profil entwickeln und ihre Zukunft gestalten können", erklärte Prof. Dr. May-Britt Kallenrode, die seit 2017 Präsidentin der Universität Koblenz-Landau ist. "Hierzu zählen unter anderem die Aufteilung von Verantwortlichkeiten zwischen den zentralen Gremien wie Präsidium und Senat einerseits und den dezentralen Einrichtungen der beiden Standorte wie Campusleitungen und Senatsausschüsse andererseits." Zu den Gestaltungsmöglichkeiten gehöre auch eine faire, den Zielstrukturen angemessene Ressourcenaufteilung zwischen den Standorten und der Aufbau der erforderlichen Strukturen, sagte sie. "Hierzu fühle ich mich nach wie vor verpflichtet, und ich hoffe auf die interne Unterstützung, aber auch die des Wissenschaftsministeriums." Darüber hinaus sei mit der Entscheidung ihres Weggangs offensichtlich, dass sie sich nicht aus Eigeninteresse für oder gegen einen Standort einsetzen werde.

Den Umstrukturierungsprozess der Universität Koblenz-Landau sieht die Präsidentin als "eine große Chance für beide Standorte - natürlich immer unter der Voraussetzung einer sinnvollen Finanzierung". Gern hätte sie den anspruchsvollen Prozess weiterbegleitet, aber ihre strategische Rolle als Präsidentin der Universität Koblenz-Landau sei durch die Stärkung der Eigenverantwortung der Standorte und das geplante Neustrukturierungsgesetz stark tangiert worden. "Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes werde ich meine gestalterische Kompetenz als Präsidentin einbüßen", so Prof. Kallenrode. Insofern sei es legitim, dass sie nach einem neuen Posten Ausschau gehalten habe. "Hochschulleitung ist hochgradig professionalisiert. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Personen aus dem Präsidentenamt einer Uni an das einer anderen Uni wechseln."

Der Senat der Universität Hildesheim hatte Prof. Dr. May-Britt Kallenrode am Freitag, 17. Juli 2020, mit großer Mehrheit zur neuen Präsidentin gewählt. Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich an, der zum 31. Dezember 2020 in den Ruhestand gehen wird.

ANSPRECHPARTNER

Gerhard Lerch

Referat Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: 06131 37460-36

E-Mail: glerch@uni-koblenz-landau.de

Hintergrund: Universität Koblenz-Landau

Die Universität Koblenz Landau gehört als zweitgrößte Universität des Landes Rheinland-Pfalz zu den jüngsten Universitäten in Deutschland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 hat sie sich zu einer mittelgroßen, forschungsorientierten Universität entwickelt. Das Studienangebot reicht von den Bildungs-, Geistes-, Kultur-, Sozial- und Naturwissenschaften über die Informatik in Koblenz und die Psychologie in Landau. Als einzige Universität in Rheinland-Pfalz bietet sie Lehramtsstudiengänge für alle Schularten an. Im Februar 2019 hat die rheinland-pfälzische Landesregierung beschlossen, den Campus Koblenz als eine eigenständige Universität zu etablieren und den Campus Landau mit der TU Kaiserslautern zusammenzuführen, um eine Rheinland-Pfälzische Technische Universität zu schaffen.

Die Zahl der Studierenden an der Universität Koblenz-Landau hat sich gegenüber den anderen Landesuniversitäten im letzten Jahrzehnt überdurchschnittlich erhöht. Inzwischen sind rund 17.000 Studierende eingeschrieben, davon etwa die Hälfte jeweils in Koblenz und in Landau. An der Universität wird knapp die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer in Rheinland-Pfalz ausgebildet, aber auch fachliche und interdisziplinäre Studiengänge in der Informatik oder Mensch und Umwelt sind stark nachgefragt. In der Forschung hat die Universität ebenfalls ausgewiesene Erfolge vorzuweisen, unter anderem in koordinierten Förderprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Insbesondere im DFG-Ranking der Bildungs- und Erziehungswissenschaften belegte die Universität Koblenz-Landau den ersten Platz.

Hintergrund: Neustrukturierung von Hochschulstandorten in Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung hat sich auf Grundlage des Koalitionsvertrags das Ziel gesetzt, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen zu steigern, neue Dynamiken für das Wissenschaftsland Rheinland-Pfalz zu entfalten und die Attraktivität von Rheinland-Pfalz als Studien- und Wissenschaftsstandort zu erhöhen. Hierzu gehörte auch eine Analyse und Bewertung der Chancen und Potentiale des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Rheinland-Pfalz durch eine unabhängige, wissenschaftsgeleitete Expertenkommission, die das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) beauftragt hat. Der Expertenbericht wurde im April 2018 vorgelegt, im Zentrum der Empfehlungen standen u. a. die regionale Verankerung der Hochschulen, die Attraktivität von Forschung und Lehre - auch im Hinblick auf Exzellenz- und Spitzenforschung, die strategische Hochschulentwicklung, die Förderung kooperativer Promotionen sowie die Querschnittsaufgaben Gleichstellung, Internationalisierung und Digitalisierung.

Aus dem Expertenbericht hat das MWWK eine Initiative zur Neustrukturierung der Universität Koblenz-Landau und der Technischen Universität Kaiserslautern abgeleitet. Am 12. Februar 2019 entschied der rheinland-pfälzische Ministerrat diese Neustrukturierung bis Ende 2022 durchzuführen. Es gab vorbereitende Gespräche mit den beiden betroffenen Universitäten. Am 5. März 2020 hatte die Universität Koblenz-Landau schriftlich eine Eingabe auf der Arbeitsebene für die Vorbereitung des Gesetzesentwurfs durch das MWWK gemacht. Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am 12. Mai 2020 das Vorhaben bestätigt und einen entsprechenden Gesetzesentwurf des MWWK an den Landtag zur parlamentarischen Beratung zugeleitet (Drucksache 17/11838). Er sieht die Verselbstständigung der Universität in Koblenz und die Zusammenlegung der Campus in Kaiserslautern und Landau zur Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) zum 1. Januar 2023 vor. Der Verwaltungsstandort Mainz der Universität Koblenz-Landau wird zum 31. Dezember 2024 aufgelöst. Der Landtag hat in einer Plenarsitzung am 27. Mai 2020 den Gesetzesentwurf zum ersten Mal beraten.

Verstetigung der Hochschulpaktmittel durch die Hochschulinitiative für gutes Studium und gute Lehre in Rheinland-Pfalz

Am 6. Juni 2019 haben sich Bund und Länder auf den "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken" verständigt. Damit wird der bisher zeitlich befristete Hochschulpakt 2020 abgelöst und verstetigt. Für den Zukunftsvertrag stehen bis 2023 jährlich 3,8 Mrd. Euro und ab 2024 jährlich 4,1 Mrd. Euro zur Förderung von Studium und Lehre durch Bund und Länder zur Verfügung.

Durch die "Hochschulinitiative für gutes Studium und gute Lehre" in Rheinland-Pfalz werden den 11 staatlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz ab 2021 dauerhaft 140 Mio. Euro zur Verfügung stehen. 750 bisher befristete Stellen an den Hochschulen können ab 2021 in Dauerstellen überführt werden. Die Universität Koblenz-Landau erhält hiervon im Jahr 2021 23,5 Mio. Euro, 2022 22,9 Mio. Euro und 2023 22,6 Mio. Euro. Zum Vergleich: In den Jahren 2017 bis 2019 erhielt die Universität Koblenz-Landau im Schnitt 25 Mio. Euro der Hochschulpaktmittel in Rheinland-Pfalz.

Gerhard Lerch
UNIVERSITÄT KOBLENZ-LANDAU
Präsidialamt Mainz
Referat 12: Öffentlichkeitsarbeit
Anschrift: 55008 Mainz, Postfach 1864
Telefon: 06131/37460-36
Fax: 06131/37460-40
E-Mail: glerch@uni-koblenz-landau.de
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