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ADAC-Test drei Monate vor Wiedereröffnung
Bestnoten für den "neuen" Montblanc-Tunnel
Ein Schwachpunkt bleibt: Gegenverkehr erhöht Unfallrisiko

    München (ots) - Mit erfreulich guten Noten für seine
Sicherheitsvorkehrungen hat sich der Montblanc-Tunnel nach fast
dreijähriger Schließung zurückgemeldet. Drei Monate vor der geplanten
Wiedereröffnung hat der ADAC das für 300 Millionen Euro sanierte
Bauwerk getestet. Das Urteil: "sehr gut". Insgesamt fanden die Tester
ein hohes Maß an Sicherheit vor, was die eingebaute Technik und das
Krisenmanagement betrifft. Wenn die zurzeit noch laufenden
Systemprüfungen und Brandversuche ebenfalls positiv ausfallen, können
Autofahrer bald wesentlich beruhigter als früher durch die knapp
zwölf Kilometer lange Röhre fahren.
    
    Trotz der aufwändigen Modernisierung ließ sich aber ein großer
Schwachpunkt nicht beseitigen: Der Montblanc-Tunnel verfügt nur über
eine einzige Verkehrsröhre. Darum müssen sich auf lediglich sieben
Metern Fahrbahnbreite zwei Verkehrsrichtungen aneinander vorbei
quetschen. Der ADAC appelliert daher an die Autofahrer, durch
besonders diszipliniertes Fahrverhalten zur Unfallvermeidung
beizutragen.
    
    Die umfangreichen Verbesserungen betreffen alle Bereiche. Das
beginnt bei der Entdeckung von Zwischenfällen, die von einer Vielzahl
hochmoderner Messgeräte bewerkstelligt wird. Die ungefährdete Flucht
der Menschen aus dem Tunnel sollen insgesamt 37 hitzebeständige
Fluchtkammern sichern, die alle mit einem durchgehenden
Rettungsschacht unter der Verkehrsröhre verbunden sind. Rauch und
Hitze können jetzt punktuell abgesaugt und Frischluft überall
eingeblasen werden. 76 neue Längsventilatoren bewegen zusätzlich die
Luft im Tunnel in der gewünschten Richtung.
    
    Der Verkehr darf nicht schneller als mit 70 km/h rollen, ein
Mindestabstand von 150 Metern zum Vordermann ist vorgeschrieben.
Gefahrguttransporte müssen draußen bleiben, Lkw werden nur
kontrolliert durch den Tunnel gelassen und sollen schon bald vor der
Durchfahrt einer Temperaturmessung unterzogen werden, so die
Planungen der Tunnelbetreiber. Drinnen können 74 Ampeln und 40
Schranken den Verkehr jederzeit anhalten, variable Schrifttafeln
geben Autofahrern alle 600 Meter die nötigen Informationen.
    
    Alle Notrufnischen sind gegen Lärm geschützt und Pannenbuchten
ausreichend vorhanden. Die Feuerwehr ist ständig und direkt mit je
drei Mann an beiden Portalen und in der Tunnelmitte vertreten. Zu
ihrer modernen Ausrüstung gehören auch drei völlig neu konstruierte
Löschfahrzeuge, Stückpreis 700 000 Euro. Am französischen Portal
wurde die Kommandozentrale installiert, die von italienischer und
französischer Seite gemeinsam betrieben wird und über 20 000
Informationen gleichzeitig verarbeiten kann.
    
    Das Test-Team hat die Bewertung nach den strengen Kriterien des
ADAC-Tunneltests vorgenommen. Dafür haben die beauftragten Ingenieure
der Firma DMT (Deutsche Montan Technologie) in Zusammenarbeit mit dem
Automobil-Club bereits 1999 eine Checkliste entwickelt, die sich an
deutschen und österreichischen Sicherheits-Richtlinien orientiert und
laufend auf den neuesten Stand gebracht wird. Die Tester haben den
Tunnel im Beisein der Betreiber untersucht und die Ergebnisse
aufgrund eigener und unabhängiger Recherchen bewertet.
    
    
    Die Einzelerbewertung sowie reprofähige Fotos finden Sie unter
www.presse.adac.de in unserem Online-Archiv.
    
    
ots Originaltext: ADAC
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