Fritz Güntzler/Matthias Hiller: Steuerberatung bleibt unabhängig
Berlin (ots)
Finanzausschuss schafft Rechtssicherheit
Heute hat der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages im 9. Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes klargestellt, dass nur qualifizierte Berufsträger an einer Steuerberatungsgesellschaft beteiligt sein dürfen.
Dazu erklären der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Fritz Güntzler, sowie der zuständige Berichterstatter, Prof. Dr. Matthias Hiller:
Fritz Güntzler/Matthias Hiller: "Heute haben wir die uneingeschränkte Fortgeltung des so genannten Fremdbesitzverbots beschlossen. Der Steuerberatungsmarkt erlebt derzeit einen schleichenden, teils unkontrollierten Einstieg von Finanzinvestoren über komplexe, grenzüberschreitende Beteiligungsstrukturen. Das nutzt rechtliche Grauzonen aus und unterläuft die bestehende Rechtslage.
Steuerberatung ist kein beliebiges Geschäftsmodell. Steuerberater sind unabhängige Organe der Rechtspflege, wie sie zuletzt in der Corona-Pandemie eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben. Wenn Renditeinteressen externer Kapitalgeber Einfluss auf strategische Entscheidungen, Personal oder Mandatsführung gewinnen, entsteht ein struktureller Zielkonflikt. In Einzelfällen zeigt sich bereits, dass dies zulasten der Beratungsqualität geht und im Widerspruch zu Mandanteninteressen stehen kann.
Zugleich droht eine schleichende Veränderung der Marktstruktur - mit spürbaren Folgen für die Praxis: Mittelständische Kanzleien geraten unter Druck, Konzentrationsprozesse nehmen zu, und die flächendeckende, persönliche Beratung - gerade im ländlichen Raum - wird geschwächt.
Deshalb stellen wir mit diesem Gesetz ausdrücklich klar, dass nur qualifizierte Berufsträger an einer Steuerberatungsgesellschaft beteiligt sein dürfen und dass eine rein finanzielle Beteiligung standeswidrig ist. Dies ist kein Selbstzweck, sondern schützt Unabhängigkeit, Qualität und Vertrauen. Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion stärken wir damit die am Mandantenwohl ausgerichtete Steuerberatung und sichern dies gesetzlich konsequent ab.
In den nächsten Wochen und Monaten werden wir die Entwicklungen im steuerlichen Markt weiter genau beobachten und parallel Gespräche mit den Berufsträgern über die neuen Herausforderungen und ggf. bestehenden Anpassungsbedarfe eng führen."
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