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07.05.2004 – 12:52

CDU/CSU - Bundestagsfraktion

Böhmer: Klasse der Hoffnungslosen wächst – Ausbildungsabgabe keine Lösung

    Berlin (ots)

Anlässlich der Debatte des Deutschen Bundestages zum Berufs- ausbildungssicherungsgesetz erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB:

    Es ist absurd, dass die Koalition heute mit der Ausbildungs- platzabgabe ein Gesetz beschließt, das angeblich nicht zur Anwendung kommen soll. Die behauptete Vorrangigkeit einer freiwilligen Vereinbarung mit der Wirtschaft existiert nicht. In Wahrheit kommt die Koalition Handel, Handwerk und Industrie keinen Millimeter entgegen. Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben das erkannt. Sie lehnen den Entwurf ab.

    Rot-Grün will dem neuen Partei- und Fraktionsvorsitzenden der SPD; Franz Müntefering, helfen, sein Gesicht zu wahren. Die Machtfrage mit der Wirtschaft trägt die Koalition auf dem Rücken der jungen Menschen aus.

    Für die 500000 Ausbildungsverträge, die jedes Jahr geschlossen werden, gebührt den Unternehmern, den Handwerksmeistern und Personalverantwortlichen in den Betrieben ein herzlicher Dank! Sie bleiben in der Verantwortung, auch in diesem Jahr, allen ausbildungsfähigen und ausbildungswilligen jungen Menschen eine Lehrstelle zu sichern.

    Aber die Ausbildungsplatzabgabe ist Gift für den Standort Deutschland. Sie ist in jeder Hinsicht ungeeignet und kontraproduktiv:

    •Denn sie wird aus voraussehbaren Gründen zu weniger statt zu mehr Ausbildungsplätzen führen.

    •Sie setzt den ausbildenden Unternehmen einen Anreiz, sich aus ihrer Ausbildungsverantwortung „herauszukaufen“.

    •Sie schwächt das bewährte System der dualen Ausbildung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Tarifvertragsparteien.

    •Sie bringt eine Vielzahl neuer Probleme, ohne die alten zu lösen.

    Ein entscheidender Grund für die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Ausbildungsplätzen ist die anhaltende Wachstumsschwäche in Deutschland. Unser Land befindet sich wegen rotgrüner Chaospolitik in einer tiefen strukturellen Krise. Dies hat fatale Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt.

    •2003 gab es in Deutschland fast 40.000 Insolvenzen.

    •Mehr als eine halbe Million junger Menschen, darunter allein fast 200.000 in den neuen Bundesländern, suchen einen Job.

    •Der Hälfte von ihnen fehlt jegliches Ausbildungszertifikat.

    •Von den erfolglosen Bewerbern um einen Ausbildungsplatz ist jeder Vierte schon 21 Jahre alt oder noch älter. 57 % sind Bewerber aus den Vorjahren und haben bereits eine oder mehrere Warteschleifen gedreht.

    Die Bugwelle dieser „Klasse der Hoffnungslosen“ wird immer größer. Defizite liegen in der vorberuflichen Bildung, in der Schule und im Elternhaus. Hier müssen Verbesserungsmaßnahmen ansetzen.

    Wer die beruflichen Chancen junger Menschen verbessern möchte, der muss bereits bei der Schule anfangen. Es gilt, früh in Bildung zu investieren statt später mit Milliardenbeträgen zu reparieren. PISA hat erschreckende Mängel in der Allgemeinbildung aufgedeckt. 25% der Schulabgänger sind danach nicht ausbildungsreif. Die Folge sind schlechte Bewerbungschancen, insbesondere für Bewerber mit Migrationshintergrund, fehlende Qualifikation und drohende Arbeitslosigkeit.

    Notwendig sind:

    1. möglichst frühe Verzahnung von Schule und beruflicher Praxis. Längere Praxismodule schon in der Schulzeit wären der richtige Weg, denn sie haben mehrere Vorteile: Sie bringen Nähe zu einem Ausbildungsbetrieb, sie schaffen Vertrauen zwischen Ausbilder und Schüler und eröffnen die Möglichkeit, durch Anerkennung von Teilleistungen die spätere Berufsausbildung zu verkürzen. 2. die Modernisierung des Berufsbildungsrechts. Die CDU/CSU- Bundestagsfraktion hat deshalb schon vor Monaten einen Gesetzentwurf für eine praxisorientierte Novellierung des Berufsbildungsgesetzes in den Bundestag eingebracht. Auf den Vorschlag der Bundesregierung warten dagegen die Jugendlichen in Deutschland noch immer.

ots-Originaltext: CDU/CSU - Bundestagsfraktion

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