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CDU/CSU - Bundestagsfraktion

CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Austermann/Kampeter/Fuchtel: 2001 doch Milliardenzuschuss für Nürnberg?

Berlin (ots)

Zu aktuellen Überlegungen in der Koalition über
die Notwendigkeit der Bereitstellung eines Zuschusses für die
Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg erklären der
haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dietrich
Austermann MdB, der Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im
Haushaltsausschuss, Steffen Kampeter MdB sowie der Berichterstatter
für den Arbeits- und Sozialhaushalt (Epl. 11) in der Arbeitsgruppe
Haushalt der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans Joachim Fuchtel MdB:
Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2001 ist ein Zuschuss
zur Bundesanstalt für Arbeit (BA) nicht vorgesehen. Die
Bundesregierung ging im Sommer davon aus, dass zunehmendes
Wirtschaftswachstum in Verbindung mit zunehmender Beschäftigung und
abnehmender Arbeitslosigkeit die Finanzierung der Ausgaben der BA
allein aus Beitragseinnahmen ermöglichen würden. Davon ist nun
offenbar nicht mehr die Rede:
Die zuständigen Ministerien (Wirtschaft, Finanzen und
Arbeit/Soziales) werden der BA Eckwerte für die Aufstellung des
Haushaltes der Bundesanstalt empfehlen, die von einer um rund 100.000
höheren als bisher angenommenen Arbeitslosenzahl im
Jahresdurchschnitt 2001 (3,619 Mio. Arbeitslose) ausgehen. Dies
erfordere einen Bundeszuschuss von mindestens 1,2 Mrd. DM. Bei
100.000 zusätzlichen Arbeitslosen/Leistungsempfängern ist von 3 Mrd.
DM Mehrausgaben auszugehen.
In den Berichterstattergesprächen zwischen den zuständigen
Abgeordneten des Haushaltsausschusses, dem Bundesfinanz- und dem
Bundesarbeitsministerium wurde die Entscheidung über den Zuschuss
wegen der "Eckwerte" zurückgestellt. Das geschieht offenbar nicht nur
in der Absicht, die im Zusammenhang mit der Herbst-Steuerschätzung
noch zu ermittelnden Arbeitsmarkt-Eckwerte formal exakt
berücksichtigen zu können. Auch in der SPD wird diskutiert, ob die
sich eintrübende Konjunktur einen Milliarden-Zuschuss notwendig
macht.
Offensichtlich hält die Bundesregierung den durch den Anstieg der
Energiepreise verursachten Konjunktureinbruch für tiefgreifender, als
sie bisher öffentlich zugestehen will. Nicht zuletzt wegen der
unsicheren Lage in Nahost geht die Bundesregierung jetzt wohl von
einem auf mittlere Sicht konstant hohen Energiepreisniveau aus, das
zu dramatischen Kaufkraftabflüssen aus Deutschland führt. Die von der
Union schon immer als unzureichend kritisierten Wachstumsanstöße
durch die rot-grüne Steuerreform werden 2001 von den Energiepreisen
wohl nicht nur vollständig aufgezehrt, sonder sogar ins Gegenteil
verkehrt!
Die Ökosteuer, der wegen der vielen Ausnahmen bekanntermaßen von
Anfang an jede ökologische Steuerungswirkung fehlt, verliert jetzt
auch noch das Feigenblättchen "arbeitskostensenkend und deshalb
arbeitsplatzschaffend": Weil die Ökosteuer sich als das
"i-Tüpfelchen" auf dem Ölpreisschock erweist, vernichtet sie in einem
Arbeitsgang über die steigenden Produktionskosten die Arbeitsplätze,
die sie über die geringfügige Senkung der Lohnnebenkosten entstehen
lassen sollte.
Damit sind aber die aktuellen Haushaltsprobleme noch lange nicht
abschließend beschrieben.
Weder zur Finanzierung des Bundesanteiles des Großflugzeuges A 3XX
(Bundesanteil über 2 Mrd. DM von 12 Mrd. DM) noch zur Beschaffung des
Transall-Nachfolgers FTA für die Bundeswehr (18-19 Mrd. DM für 73
Flugzeuge) konnte von den zuständigen Bundesministern ein schlüssiges
Finanzkonzept vorgelegt werden.
-   In Sachen A 3XX streiten die Minister Müller und Eichel (SPD), ob
    ein Darlehen (Müller) oder eine Bürgschaft (Eichel) zur Verfügung
    gestellt werden soll.
-   Bezüglich des FTA glaubt Minister Scharping (SPD) offensichtlich,
    dass er im Falle eines "commercial approach", also einer
    Vorfinanzierung durch die Industrie, ohne eine finanzielle
    Absicherung in seinem sinkenden Etat auskommen kann. Keine Mittel
    sind im Verteidigungsetat für strukturelle Verbesserungen bei der
    Bundeswehr und Regelungen zum sozialverträglichen Ausscheiden von
    Soldaten oder zivilen Mitarbeitern.
Die Antwort offen lassen musste Wirtschaftsminister Müller im
Haushaltsausschuss auch auf die Fragen nach der Zustimmung Brüssels
zur im Haushalt vorgesehenen Steinkohlesubvention und der
Holzmann-Rettung über Bundesmittel. Zwischenzeitlich ist die
öffentlichkeitswirksame angebliche Rettung des Bau-Konzerns fast ein
Jahr her. Immerhin: Der Bundeswirtschaftsminister ist "unglücklich
über die schleppende Behandlung".
Keine Auskunft gab es zur Deckung des Expo-Defizits von 2,4 Mrd.
DM. Bei der vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Gabriel
angekündigten Aufteilung des Defizits zwischen Bund und Land im
Verhältnis 2:1 müsste der Bund für die übernommenen Bürgschaften mit
zusätzlichen Mitteln im Haushalt 2001 in Höhe ca. 1,3 Mrd. DM
einstehen, denn in den Haushalten 2000 und 2001 waren bzw. sind
(bisher) lediglich jeweils rd. 150 Mio. DM zur allgemeinen
EXPO-Finanzierung vorgesehen.
Einen Hoffnungsschimmer bietet allein die Entwicklung der
Steuereinnahmen. Im Entwurf für 2001 mit 383,1 Mrd. DM gut 4 Mrd. DM
niedriger angesetzt als in diesem Jahr, dürften sie 2001 tatsächlich
auf mindestens 390 Mrd. DM steigen - der höchste Betrag seit 1949.
Die gezielt zweckpessimistische Steuerschätzung aus dem Frühsommer
2000 wird jetzt Schritt für Schritt den seinerzeitigen Unions-Zahlen
angenähert.
Trotz Steuerreform und Mehrausgaben für Investitionen durch
ersparte Zinsen (UMTS) wird der Bundeshaushalt 2001 eine sinkende
Investitionsquote aufweisen und zu einer steigenden Staatsquote
führen, wenn es nicht doch noch gelingt, entscheidende Korrekturen in
den abschließenden Haushaltsberatungen durchzusetzen

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