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CDU/CSU - Bundestagsfraktion

Börnsen/Grindel: Historische Verantwortung wahrnehmen, Aufarbeitung voranbringen, der Opfer gedenken

Berlin (ots)

Zum Kabinettsbeschluss über die Fortschreibung der
Gedenkstättenkonzeption des Bundes vom 27. Juli 1999 erklären der 
kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB und der zuständige Berichterstatter, 
Reinhard Grindel MdB:
Die vorliegende Gedenkstättenkonzeption des Bundes trägt den 
erinnerungspolitischen Ansprüchen auf Wahrnehmung der Verantwortung, 
Verstärkung der Aufarbeitung und vertieftes Gedenken an die Opfer 
Rechnung. In der Weiterentwicklung der Konzeption des Bundes von 1999
setzt sie für die Erinnerungskultur maßgebliche Schwerpunkte:
Im NS- Bereich erhält die Gedenkstättenarbeit in mehrfacher 
Hinsicht eine verstärkte Unterstützung. So werden die vier national 
bedeutsamen KZ-Gedenkstätten Bergen-Belsen, Dachau, Neuengamme und 
Flossenbürg neu in die institutionelle Förderung des Bundes 
aufgenommen. Dies begrüßen wir ausdrücklich. Die geplante "Ständige 
Konferenz der Leiter NS-Gedenkorte im Berliner Raum" wird die 
Einrichtungen vernetzen und ihre Aktivitäten aufeinander abstimmen.
Die erinnerungspolitische Aufarbeitung des SED-Unrechts wird auf 
eine völlig neue Grundlage gestellt. Lag der Schwerpunkt bisher 
hauptsächlich auf der Erschließung und Auswertung der Stasi-Akten, 
wird nun das SED-Unrechtsregime insgesamt in den Blick genommen. Neu 
geschaffen wird der "Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der 
kommunistischen Diktatur in Deutschland", in dem alle betreffenden 
Einrichtungen gemeinsam die Aufarbeitung voranbringen sollen. Neu ist
auch die Strukturierung der Erinnerungsarbeit über die SED-Diktatur 
in vier Themengruppen: Teilung und Grenze, Überwachung und 
Verfolgung, Gesellschaft und Alltag, Widerstand und Opposition. Hier 
sind insbesondere zu erwähnen: das geplante Dokumentations- und 
Bildungszentrum zu "Repression in der SED-Diktatur" in der 
Normannenstraße, der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für 
Staatssicherheit, dem Symbol für den Terror der Stasi durch 
Zersetzung und die Betonung Leipzigs als dem Schwerpunkt der 
Würdigung des Widerstands gegen die SED-Diktatur. Mit dieser 
Strukturierung einhergehen wird eine notwendige Vertiefung und 
Verbreiterung der Aufarbeitung, die wir gutheißen. Denn immer noch 
ist in der Bevölkerung vor allem bei der jungen Generation zu wenig 
bekannt über den Verfolgungs- und Unterdrückungsapparat der SED.
Fortgesetzt wird die Arbeit der Bundesbeauftragten für die 
Stasi-Unterlagen (BStU), die seit der Gründung der Behörde 1990 einen
wesentlichen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geleistet hat.
Da die BStU aber immer schon als zeitlich befristete Einrichtung 
konzipiert war und ihre Unterlagen zu einem vom Deutschen Bundestag 
noch festzulegenden Zeitpunkt ins Bundesarchiv überführt werden, wird
eine vom Deutschen Bundestag einzusetzende Kommission zu allen 
Modalitäten der Akten- und Aufgabenverlagerung in der nächsten 
Legislaturperiode Vorschläge unterbreiten. Diese Planung begrüßen 
wir.
Deutschlands Geschichte im 20. Jahrhundert wurde nachhaltig durch 
das Terror-Regime des Nationalsozialismus geprägt. Dem 
systematischen, auf völlige Vernichtung abzielenden Völkermord an 6 
Millionen Juden als Menschheitsverbrechen bisher nicht gekannten 
Ausmaßes kommt in der deutschen, europäischen und weltweiten 
Erinnerungskultur singuläre Bedeutung zu. Unter der Diktatur der SED 
wurden politische Gegner und Andersdenkende jahrzehntelang den 
Verfolgungs- und Zersetzungsmaßnahmen des Staatssicherheitsdienstes 
ausgesetzt.
Diese Kapitel unserer Geschichte konsequent aufzuarbeiten und an 
das Leid der Opfer zu erinnern, ist gemeinsame Aufgabe von Staat und 
Gesellschaft. Dabei ist es selbstverständlich und unverzichtbar, den 
Unterschieden zwischen der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur 
Rechnung zu tragen. Eine verantwortungsbewusste Erinnerungspolitik 
gründet sich auf eine historisch begründete differenzierte Balance, 
die weder die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert noch das
SED-Unrecht bagatellisiert. So wird der antiautoritäre Konsens aller 
demokratischen Parteien verstärkt, die freiheitliche demokratische 
Werteordnung unseres Grundgesetzes zu achten und zu bewahren. Die 
Konzeption der Bundesregierung stellt auch in dieser Hinsicht eine 
überzeugende und verantwortungsbewusste Grundlage für die weitere 
Arbeit in der Erinnerungskultur dar. Der nachhaltigen Unterstützung 
durch die CDU/CSU-Bundestagsfraktion kann sie daher sicher sein.

Pressekontakt:

CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Pressestelle
Telefon: (030) 227-52360
Fax: (030) 227-56660
Internet: http://www.cducsu.de
Email: fraktion@cducsu.de

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