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26.09.2018 – 09:23

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Sonntag, 7. Oktober 20118, 24.00 Uhr

Precht
Ist die Erde noch zu retten?
Richard David Precht im Gespräch mit Hans J. Schellnhuber, 
Klimaforscher

Der Rekordsommer dieses Jahres hat viele Menschen aufgeschreckt: Ist 
dies ein weiteres Anzeichen für den Klimawandel? Wie wird die Welt 
aussehen, wenn sich das Klima noch weiter erwärmt?

Warum nimmt die Gesellschaft diese Bedrohung nicht wirklich ernst? 
Darüber spricht Richard David Precht mit Prof. Hans Joachim 
Schellnhuber, einem der weltweit wichtigsten Klimaforscher.

Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam Instituts 
für Klimafolgenforschung, der die Bundeskanzlerin ebenso berät wie 
den Papst, warnt bereits seit Jahren eindringlich vor einer 
bevorstehenden Heißzeit. Sie bedeutet vor allem für die ärmeren 
Länder um den Äquator eine extreme Verschärfung ihrer 
Lebensbedingungen. Wenn Dürre, Überschwemmungen und Stürme die 
Landwirtschaft treffen, machen sich die Menschen dort auf den Weg 
nach Norden auf die Suche nach einer neuen Lebensgrundlage. Die 
Klima-Migration von Millionen von Menschen sei, so Schellnhuber, 
schon längst im Gange und werde noch viel größere Ausmaße 
annehmen.Während also die Opfer des menschengemachten Klimawandels 
ums Überleben kämpfen, scheinen sich die Verursacher, also die 
reichen Industrieländer, nur halbherzig um Lösungen zu bemühen. 
Appelle an die Verbraucher haben keine maßgeblichen 
Verhaltensänderungen beim Energiekonsum ausgelöst, so Precht, ebenso 
wenig wirksam waren die Selbstverpflichtungen etwa der Autoindustrie.
Immer noch setzen die Industrieländer auf fossile Brennstoffe. 
Schellnhuber fordert bei "Precht", endlich eine für alle verbindliche
CO2-Steuer einzuführen.

Die Energieverschwendung, meint Schellnhuber, sei eigentlich gar 
nicht Teil der abendländischen Kultur gewesen. Erst die Übernahme des
amerikanische Konsum- und Wachstumsdenkens nach dem Zweiten Weltkrieg
habe das tradierte Nachhaltigkeits-Denken korrumpiert. Ist demnach 
Wirtschaftswachstum und Klimaschutz unvereinbar, fragt Precht. Ist 
der Kapitalismus der Feind unseres Planeten? Brauchen wir am Ende 
eine Verbotskultur, um das Entgleisen des Klimas noch aufzuhalten? 

Precht und Schellnhuber fragen sich, wie groß die Verantwortung 
gegenüber den künftigen Generationen ist. Laut Immanuel Kants 
kategorischem Imperativ ist ein angestrebter Lebensstil ethisch nicht
zu rechtfertigen, solange er nur sich selbst und den Eigenen 
zugestanden und anderen vorenthalten werden muss. Müssen wir also das
kapitalistische Wachstumssystem aufgeben und uns in Verzicht üben, 
fragt Precht. Sollte man sich nun auf die rettenden technischen 
Innovationen verlassen, die uns von der Last des CO2-Ausstoßes 
befreien? Oder muss die Hoffnung, den Klimawandel noch aufhalten zu 
können gleich begraben werden und sich die Gesellschaft darauf 
konzentrieren, die Heißzeit irgendwie zu überleben?
 

Pressekontakt:

ZDF Presse und Information
Telefon: +49-6131-70-12121





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