Behörden digital: c't-Magazin lädt zur "Public IT"
KI erobert die Verwaltung
Hannover (ots)
Künstliche Intelligenz statt Papierberge: Erstmals lädt Europas führendes IT- und Technikmagazin c't Deutschlands Behörden-Digitalisierer zu einer eigenen Konferenz. Am 28. und 29. Oktober zeigen die Bundesagentur für Arbeit, Kommunen und Landesbehörden in Hannover auf der Public IT", wie sie mit neuer Technik Verwaltungsprozesse beschleunigen wollen. Mehr als 90 Behörden hatten Digitalisierungsprojekte eingereicht.
Die Veranstaltung richtet sich an IT-Verantwortliche aus Verwaltung, Schulen, Krankenhäusern und öffentlichen Unternehmen. "Auf der Public IT geht es nicht um abstrakte politische Ziele, sondern um die konkrete praxisnahe Umsetzung in der Praxis", erklärt Christian Wölbert, leitender c't-Redakteur und inhaltlich verantwortlich für die Veranstaltung.
Stefan Latuski, CIO der Bundesagentur für Arbeit, eröffnet die zweitägige Konferenz am 28. Oktober. Deutschlands größte Behörde mit rund 95.000 Beschäftigten gilt als Vorreiter: Sie nutzt bereits Cloud-Speicher und automatisiert Routineaufgaben mit künstlicher Intelligenz. Am zweiten Tag berichtet Dr. Alexander Georgiadis, IT-Chef des Landes Niedersachsen, wie sein Bundesland zwischen Tempo und Datensicherheit navigiert.
Besonders Kommunen zeigen konkrete Fortschritte. Die Stadt München entwickelte ein KI-Werkzeug, das zunächst scheiterte - und nach Überarbeitung nun in der gesamten Verwaltung eingesetzt wird. Fabian Reinold, Teamleiter für KI-Entwicklung, erklärt, was schiefging und wie die Lösung aussah. Die Stadt Nürnberg setzt auf eine Mischung unterschiedlicher Technologien: Automatisierungsprogramme erledigen einfache Aufgaben, komplexere übernimmt künstliche Intelligenz. Dr. Lina Harispuru, zuständig für Prozessautomatisierung, zeigt anhand konkreter Beispiele, welche Technik wofür taugt.
Thorsten Rode von der Stadt Nettetal geht noch weiter: Er diskutiert, ob neue Technologien das bisherige System spezialisierter Behördensoftware ablösen können. "Wir stehen möglicherweise am Ende der Fachverfahren-Ära", sagt der IT-Leiter. Statt für jede Aufgabe eine eigene Software zu kaufen, könnten Behörden künftig flexiblere Werkzeuge nutzen.
Auch bei der Datensicherheit gibt es Fortschritte. Pamela Krosta-Hartl, Chefin des Zentrums für Digitale Souveränität, stellt Kriterien vor, mit denen Behörden ihre Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen bewerten können. Dr. Patrick Grete vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik berichtet aus der Beratungspraxis: Welche Fehler machen Behörden bei Cloud-Nutzung - und wie lassen sie sich vermeiden?
"Uns ist es wichtig, mit der Public IT auch Kommunen eine Bühne zu bieten", betont Wölbert. "Denn Digitalisierung gelingt nur im föderalen Zusammenspiel." Entsprechend präsentieren Vertreter aus Bundesbehörden, Ländern und Kommunen wie Gütersloh oder Gifhorn ihre Projekte. Ein weiteres Thema: die Registermodernisierung. Dabei geht es um die Vernetzung von Melderegistern, sodass Bürger künftig Adressänderungen nur noch einmal melden müssen - der Rest läuft automatisch.
Die Konferenz findet im Hannover Congress Centrum (HCC) statt. Frühbucherrabatt: Tickets für Behördenmitarbeiter kosten bis Ende August 249 Euro, für Teilnehmer aus der Wirtschaft 749 Euro (jeweils zzgl. Mehrwertsteuer). Das Programm steht unter public-it.de.
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