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Kommerzielle Musik-Download-Dienste enttäuschen
Digitale Misstöne: Musikindustrie stoppt sich selbst

Hannover (ots)

Lange hat die Musikindustrie über
Internet-Piraterie geklagt, jetzt bietet sie endlich legale
Download-Dienste. Doch kaum eingeführt, gibt es schon wieder Klagen:
zu umständlich, zu teuer. Gleichzeitig nehmen die deutschen Labels
missliebige Konkurrenz aus dem Ausland unter Beschuss, wie das
Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 18/02 berichtet.
Bereits einen Tag, nachdem Universal Music Germany mit seinem
Musik-Download-Angebot Popfile.de an den Start gegangen war, fiel die
komfortabelste Zahlungsvariante direkt über die Telefonrechnung
wieder weg. Stattdessen bleibt jetzt nur der Anruf einer teuren
0190-Nummer oder man wählt eine Variante, bei der man erst nach vier
Tagen den notwendigen Code erhält. Außerdem wird die Musik in einem
speziellen MP3-Format übertragen, das sich erst nach einer
Konvertierung in Microsofts WMA-Format abspielen lässt. "Den hohen
Erwartungen wird das aktuelle Angebot damit bei weitem nicht
gerecht", urteilt c't-Redakteur Gerald Himmelein.
Außerhalb Deutschlands finden sich allerdings Alternativen. Für
zehn Dollar im Monat können sich Nutzer unbegrenzt Musik von
EMusic.com herunterladen. Das Angebot umfasst zwar keine Chart-Hits,
bietet aber über 200.000 Songs aus den Stilrichtungen Jazz, Funk, Hip
Hop und Weltmusik.
Beim spanischen Anbieter weblisten.com, können die Nutzer für 20
Euro im Monat oder 70 und 75 Cent pro Song sogar Chart-Musik auf
ihren Rechner holen. In Spanien zahlt der Anbieter ganz reguläre
Abgaben an die Verwertungsgesellschaften. Doch die deutsche
Musikindustrie geht dagegen an, weil sie das Angebot nach hiesigem
Recht für illegal hält.
Angesichts der beginnenden Aufbruchstimmung der Musikindustrie zu
neuen Online-Ufern hält c't-Experte Gerald Himmelein solche
Grabenkämpfe für kontraproduktiv: "Wenn man die Legalität der ersten
Bezahldienste gleich wieder in Frage stellt, wird die potenzielle
Online-Kundschaft wohl weiternapstern." (ghi)
Titelbild c't 18/2002: 
www.heise.de/presseinfo/bilder/ct/02/ct182002.jpg
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