BKK Landesverband Bayern

Spielregeln im Finanzausgleich begünstigen wenige Krankenkassen

München (ots) - Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verbucht in den ersten drei Quartalen 2017 einen Gesamtüberschuss von 2,52 Milliarden Euro. Allerdings verteilen sich die Salden sehr unterschiedlich auf die einzelnen Krankenkassen und Kassenarten. Eine Folge von bestehenden Verzerrungen durch den Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA), stellt der Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) in Bayern fest.

Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern: "Ein Schönreden der Zahlen verdeckt die Fakten. Die meisten Kassen würden gerne die vom Bundesgesundheitsminister propagierten Spielräume für Beitragssenkungen ausschöpfen. Leider werden aber nur einige wenige Teilnehmer von den Spielregeln des Morbi-RSA begünstigt, zu Lasten der anderen."

Die Schere bei den Einnahmen- und Ausgabesalden geht weiter auseinander. Vornehmlich eine Kassenart kann 44 Prozent der aktuellen GKV-Überschüsse verbuchen. Ebenso bei den Vermögen. Die eine Kassenart baut ihr Vermögen stetig überdurchschnittlich auf, andere hinken bestenfalls hinterher und müssen in Summe Vermögen abbauen. Die Spielräume für Senkungen der Beitragssätze bleiben für die meisten Krankenkassen stark begrenzt. König weiter: "Ich vermisse eine ehrliche, unvoreingenommene und differenzierte Analyse der vorgelegten Zahlen."

Überdies kommen erhobene Zusatzbeiträge nicht allein den Krankenkassen und deren Versichertengemeinschaften zugute. Jeder zusätzlich erhobene Euro subventioniert auch Krankenkassen mit bester Vermögenslage und geringe