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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Kein Grund zur Panik: BUND gibt Tipps zum Umgang mit Wespennestern ++

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Ökotipp

21. August 2026 | 128

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

Kein Grund zur Panik: BUND gibt Tipps zum Umgang mit Wespennestern

  • Wespen stehen unter Naturschutz
  • Nur Expert*innen dürfen Wespennester entfernen
  • Verlassene Wespennester verhindern Wiederansiedlung

Berlin. Im Sommer begegnen uns Wespen fast überall. Beim Frühstück auf dem Balkon oder beim Grillen auf der Terrasse sind sie schnell mit dabei. Richtig ungemütlich kann es sich anfühlen, wenn sich die Tiere in der Nähe ein Nest gebaut haben. Doch auch dann gilt es, besser Ruhe zu bewahren. Denn Wespennester sind kein Grund, sofort zur Tat zu schreiten und oft gibt es gute Möglichkeiten, mit den Tieren auszukommen. Caroline Lamps, Leiterin für Naturschutzpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt Ihnen was beim Fund eines Wespennests zu tun ist:

„Für die meisten Menschen ist es zunächst eine unangenehme Überraschung, ein Wespennest an der Terrasse oder dem Balkon, unter Dachschindeln, am Gartenhaus oder in Erdlöchern nahe des Hauses zu finden. Doch in den meisten Fällen besteht kein Grund, die Tiere und ihr Zuhause zu bekämpfen. Wer Abstand hält und einige einfache Tipps beachtet, kann über die verbleibende Sommerzeit friedlich mit Wespen zusammenleben, ohne auf Zeit und Mahlzeiten im Garten oder auf dem Balkon zu verzichten."

Lamps: „Es lassen sich, wenn überhaupt, nur zwei der bei uns vorkommenden Wespenarten von unseren Nahrungsmitteln und Getränken locken: die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica). Die anderen Arten interessieren sich nicht für menschliche Speisen, stören daher wenig und sind nur aggressiv, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht sehen.“

Zu welcher Wespenart gehört das gefundene Nest?

  • Die Nester der beiden aggressiveren Arten bestehen aus muschelförmig aufgebauten Lufttaschen und sind hellbraun oder grau. Sie können bis in den Winter besiedelt sein.
  • Die Nester der harmloseren Wespen sind meistens grau, hängen frei und können so groß wie ein Fußball werden. Ab Mitte August sind diese Nester meist verlassen.
  • Erdwespen bauen ihre Nester in höhlenartigen und dunklen Orten, wie verlassene Maulwurfs- oder Mäusehöhlen. Scheuchen sie die Tiere nicht auf. Sie können die Nestern auch kennzeichnen und sie so sichtbar machen.

Lamps: „Für alle Wespenarten gilt, dass sie über das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Denn Wespen sind ein wichtiger und wertvoller Bestandteil unserer Ökosysteme: Sie bestäuben unsere Pflanzen, beseitigen Aas und ernähren sich von Insekten, wie z.B. Blattläusen oder Mücken. Wespennester dürfen deshalb auch nur in besonderen Fällen und nur von Fachleuten entfernt werden. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen Wespennester selbst zu entfernen oder z.B. mit Sprays zu bekämpfen!“

In den meisten Fällen ist ohnehin eine friedliche Nachbarschaft mit Wespen möglich. In begründeten Ausnahmefällen können Nester natürlich umgesiedelt werden. Kontaktieren Sie dafür die Umweltbehörde Ihrer Kommune oder das Naturschutzamt Ihrer Region. Expert*innen kümmern sich dann in begründeten Fällen um eine giftfreie Umsiedlung.

Friedliche Co- ­Exis­tenz

Lamps: „So weit muss es zwangsläufig gar nicht kommen: Wenn ein Wespennest im Bereich Ihres Balkons oder Hauses gebaut wurde, kann eine Blende als Sichtschutz anbracht werden. Diese sollte mit etwa zehn Zentimeter Abstand unter dem Nest befestigt werden und die Wespen daran hindern menschliche Bewegungen zu sehen. So fühlen sie sich nicht bedroht und bleiben ruhig. Ein altes Bettlaken oder eine Tischdecke eignet sich dafür gut. Dabei sollte aber nicht die Flugbahn abgeschnitten werden, damit die Wespen nicht versehentlich eingesperrt werden."

Um eine von Wespen möglichst ungestörte Zeit im Freien zu verbringen, können folgende Tipps berücksichtigt werden:

  • Lebensmittel und Getränke im Freien abdecken.
  • Essensreste und Abfälle zügig wegräumen.
  • Vor dem Trinken aus Dosen oder Flaschen prüfen, ob sich darin eine Wespe befindet.
  • Fallobst rund um Sitzgruppen/ Aufenthaltsbereiche regelmäßig entfernen oder an eine ruhigere Ecke in den Garten bringen.
  • Fliegengitter an Fenstern können verhindern, dass Wespen ins Haus gelangen.

Lamps: „Übrigens besiedeln Wespen keine verlassenen Nester erneut und bauen auch keine neuen in unmittelbarer Nähe eines alten Nestes. Daher ist es sinnvoll, verlassene Wespennester hängen zu lassen, um eine erneute Besiedlung an derselben Stelle zu verhindern."

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft. Regelmäßig legt der BUND mit dem Jahresbericht seine Tätigkeiten und Finanzen offen. Transparenz verstehen wir als ein Zeichen des Respekts gegenüber allen, die uns unterstützen und unsere Unabhängigkeit sichern.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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