Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ BUND: Nur resiliente Landwirtschaft sichert unsere Ernährung I Agrarminister*innen müssen angesichts steigender Preise für Dünger und Pestizide Aufbruch in eine zukunftsfeste Landwirtschaft anstoßen++
Pressemitteilung
19. März 2026 | 047
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
Nur resiliente Landwirtschaft sichert unsere Ernährung
Agrarminister*innen müssen angesichts steigender Preise für Dünger und Pestizide Aufbruch in eine zukunftsfeste Landwirtschaft anstoßen
- Agrarsektor aktuell massiv Abhängig von Öl und Gas
- Ökolandbau kann Preisstabilität bei Lebensmitteln bringen
- Ressourcenschonende Betriebe müssen belohnt werden
Berlin. Aktuell findet die Agrarminister*innenkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall statt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die zuständigen Ministerinnen und Minister angesichts steigender Lebensmittelpreise auf, die deutsche Landwirtschaft unabhängiger von Importen zu machen.
Bislang ist der Agrarsektor massiv abhängig von der Einfuhr fossiler Dünger und Pestizide, basierend auf der Grundlage von Erdöl und Gas. Der Angriff Russlands auf die Ukraine, aber auch die aktuellen Angriffe der USA und Israels auf den Iran zeigen erschreckend, wie globale Geschehnisse zu extremen Preisschwankungen führen, die auch schnell höhere Preise an der Ladentheke bedeuten können. Der BUND kritisiert die auf der Agrarminister*innenkonferenz zur Debatte stehende Vereinfachung der Zulassung von Pestiziden Diese ist weder notwendig, noch sinnvoll, wenn insbesondere ölbasierte Pestizide immer teurer werden.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „In Zeiten von steigenden Preisen für Energie, die konventionell notwendige Betriebsmittel wie Pestizide und fossile Düngemittel verteuern, müssen wir unsere Landwirtschaft auf eigene Füße stellen. Wir müssen unabhängiger von Betriebsmittel-Importen werden. Bislang sind unsere Produktionsketten zum Nachteil aller abhängig von internationalen Preisschwankungen. Öffentliche Gelder müssen deshalb noch viel stärker als bisher für den Umbau zu einer resilienten, vom Weltmarkt unabhängigen und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft eingesetzt werden. Nur das hat Zukunft. Wir rufen auf, einen Aufbruch in eine zukunftsfeste Landwirtschaft anzustoßen, sich gegen Patente auf Pflanzen für Lebensmittel und Wildpflanzen auszusprechen und Ökolandbau zu stärken.“
Zukunftsfeste Landwirtschaft statt rückwärtsgewandter Ideen
Aus Sicht des BUND stehen zudem zu viele Vorschläge zur Debatte, die sich alter Rezepte bedienen und nicht geeignet sind, die heimische Landwirtschaft zukunftsfest aufzustellen. Gleich mehrere Anträge befassen sich mit der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP), doch es fehlt das gemeinsame Signal für eine einkommenswirksame Honorierung für gesellschaftlich gewünschte öffentliche Leistungen. Dadurch werden besonders die Betriebe geschwächt, die heute schon besonders ressourcenschonend arbeiten.
Bandt: „Weder der verbilligte Agrardiesel, noch die geforderte Absenkung des Mindestlohns oder gar Importe helfen der deutschen Landwirtschaft auf Dauer. Stattdessen brauchen wir ein resilientes Agrar- und Ernährungssystem. Im Fokus sollten dabei Betriebe stehen, die zum Schutz der Ökosysteme beitragen und Gemeinwohlleistungen erbringen. Nur so bleibt Landwirtschaft langfristig zukunftsfähig und unsere Ernährung bezahlbar und sicher.“
Mehr Informationen:
- Für eine ökologische, gentechnikfreie Landwirtschaft!
- Kontakt: Patrick Müller, BUND-Experte für Agrarpolitik, Tel.: + 49 30 275 86 473, Mobil: 0174 3932100, E-Mail: patrick.mueller(at)bund.net
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin