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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

BUND-Ökotipp: Einen naturnahen Gartenteich anlegen

Berlin (ots)

  • Gartenteich schafft wichtige Lebensräume
  • Bei Planung und Größe verschiedene Zonen beachten
  • Bepflanzung mit heimischen Arten

Ein naturnaher Gartenteich schafft einen wertvollen Lebensraum für heimische Amphibien, Insekten, Vögel und Pflanzen - ohne Filter, Pumpen oder Chemikalien. Er fördert die Artenvielfalt in Ihrem Garten und reinigt sich selbst durch geeignete Wasserpflanzen. Corinna Hölzel, Gartenexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, wie sie im Frühling einen Gartenteich anlegen können.

Planung und Größe

"Wählen Sie einen sonnigen Standort. Bauen Sie ihren Teich mit 20 Quadratmetern Fläche, entsteht eine stabile Lebensgemeinschaft. Kleinere Teiche ab drei Quadratmeter sind möglich, aber größere funktionieren besser ohne Technik. Sorgen Sie dafür, dass die Tiefwasserzone mindestens ein Meter tief ist. Sonst heizt sich das Wasser zu sehr auf und kann schwer zirkulieren", erklärt Corinna Hölzel.

Lassen Sie rundherum genügend Platz für Pflanzen, damit Ihr Teich eine ansprechende Umgebung erhält. Halten Sie gleichzeitig genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern, damit nicht zu viel Laub ins Wasser fällt und ihn mit Nährstoffen übersättigt. Legen Sie den Teich außerdem an einem Ort an, der nicht frei zugänglich ist. Sonst haften Sie dafür, wenn es zu einem Unfall kommt - beispielsweise wenn jemand in den Teich fällt. Schützen Sie Kleinkinder vor dem Teich.

Ausheben und Abdichten

Sie können den Teich mit dem natürlichen Lettenschlag oder mit Teichfolie abdichten. Der Lettenschlag ist eine spezielle Form der Lehmabdichtung für den Teichboden. Trotz Plastik im Garten sind Folien wegen ihrer praktischen Anwendung oft die erste Wahl. PVC-Folien enthalten aber problematische Weichmacher. Setzen Sie also auf EPDM-Folie aus Kunstkautschuk. Diese ist zwar teurer, aber bis zu 50 Jahre haltbar, sehr flexibel und weichmacherfrei. Kaufen Sie die Folie am besten passend zugeschnitten.

Beim Ausheben des Bodens, beachten Sie die vier Zonen eines Gartenteiches mit verschiedenen Wassertiefen: die Randzone (direkte Umgebung des Teichs), die Sumpfzone (10 bis 20 cm Wassertiefe), die Flachwasserzone (20 bis 30 cm Wassertiefe) und die Tiefenzone (mindestens 50 cm bei kleineren Teichen, besser 100 cm Wassertiefe).

Der größte Teil des Gartenteiches sollte dabei flache Sumpfzone sein. So können Igel oder Mäuse gut hinausklettern. Achten Sie außerdem darauf, dass die Teichwände nicht gleichmäßig zur Mitte hin abfallen. Sonst rutscht alles im Teich zur tiefsten Stelle ab. Legen Sie stattdessen senkrechte Stufen an. Hier finden Pflanzen, Substrat, Steine usw. festen Halt.

Bepflanzung mit heimischen Arten

Je nach Sonneneinstrahlung, Nährstoffgehalt, Wasserhärte und -tiefe eignen sich unterschiedliche Pflanzen für Ihren Gartenteich. Stellen Sie Ihre Pflanzen so zusammen, dass sowohl Schwimmblattpflanzen als auch senkrecht aus dem Wasser ragende Pflanzen zum Einsatz kommen. So können Sie diverse Libellen- und Amphibienarten fördern. Unterwasserpflanzen sind ebenfalls wichtig - sie geben Sauerstoff ab und tragen dazu bei, das Algenwachstum einzudämmen.

Für die Bepflanzung wählen Sie am besten heimische Arten je Zone aus:

  • Randzone bei sonnigem Standort: Kleines Habichtskraut, Orangerotes Habichtskraut, Gewöhnlicher Gilbweiderich, Blut-Weiderich, Land-Reitgras, Blaues Pfeifengras; Randzone bei halbschattigem/schattigem Standort: Kleine Brunella, Frauenmantel, kleines Mädesüß, Pfennigkraut, Kriechender Günsel, Hängende Segge
  • Sumpfzone bei sonnigem Standort: Sumpfdotterblume, Blutweiderich, Wasserminze;bei halbschattigem und schattigem Standort: Sumpfvergissmeinnicht, Wasserminze (Mentha aquatica)
  • Flachwasserzone bei sonnigem Standort: Schwanenblume, Sumpfschwertlilie, Pfeilkraut, Igelkolben (Sparganium-Arten);halbschattiger Standort: Froschlöffel, Tannenwedel, Fieberklee, Flechtbinse
  • Tiefwasserzone bei sonnigem Standort: Seerosen, Seekanne, Wassernuss, Wasserhahnenfuß; halbschattiger Standort: Wasserfeder, Laichkraut, Froschbiss

Pflege und Tiere

"Füllen Sie schrittweise mit Wasser, lassen Sie Naturbewohner wie Libellen oder Frösche selbst kommen - verzichten Sie auf Fische, da sie Laich und Larven fressen", so Hölzel. Im Herbst sollten Sie das Laub entfernen und im Winter Schnee von Eis räumen. Wenn der Teich zugefroren ist, können Sie mit heißem Wasser ein Loch für Gasaustausch in die Eisdecke schmelzen.

"Mit einem naturnahen Gartenteich tragen Sie zum Naturschutz bei - Vögel, Insekten und Amphibien freuen sich über diese Oase", sagt Hölzel.

Redaktionshinweis: In den nächsten Tagen versendet der BUND weitere Tipps zum Start der Gartensaison:

  • 12. März: Tierische Lebensräume im Garten schaffen
  • 13. März: Einen Pilzgarten anlegen

Mehr Informationen:

Pressekontakt:

BUND-Pressestelle:
CvD | Daniel Jahn | Sigrid Wolff | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel. 030-27586-109 | -531 | -497 | -425
E-Mail: presse@bund.net
www.bund.net
www.bund.net/presse

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unter www.bund.net/datenschutz

Original-Content von: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), übermittelt durch news aktuell

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