Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ #HandsOffNature-Petition: BUND ruft zum Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen auf I Deregulierung stoppen – für Gesundheit und Natur ++
Pressemitteilung
2. Februar 2026 | 014
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
#HandsOffNature-Petition: BUND ruft zum Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen auf
Deregulierung stoppen – für Gesundheit und Natur
- EU-Sondergipfel muss Lebensgrundlage Wasser schützen
- Profite nicht auf Kosten der Allgemeinheit
- BUND fordert politische Regulierung
Berlin. Am heutigen Welttag der Feuchtgebiete startet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem BUND Naturschutz Bayern einen deutschlandweiten Aufruf zum Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen. Natürliche Fließgewässer, Auen und Moore sind für die Artenvielfalt und den Klimaschutz, aber auch als Quelle für unser Grund- und Trinkwasser unverzichtbar. Der BUND ruft die Menschen auf, die europaweite Petition „Hände weg vom Naturschutz“ zu unterschreiben und an Bundeskanzler Friedrich Merz ein klares Signal zu senden, unser Wasser zu schützen.
Nächste Woche, am 12. Februar, treffen sich europäische Regierungen zum EU-Sondergipfel für mehr Wettbewerbsfähigkeit, den sich vor allem Bundeskanzler Merz gewünscht hat. Der BUND befürchtet, dass auf dem Gipfel Weichen gestellt werden, die wichtige Naturschutzgesetze aushöhlen und unsere Lebensgrundlage Wasser bedrohen. Betroffen könnte etwa die europäische Wasserrahmenrichtlinie sein. Diese schreibt vor, dass alle Länder der EU und somit auch Deutschland ihre Gewässer bis 2027 in einen guten Zustand bringen müssen. Auch das wichtige Natura 2000-Netzwerk steht auf der Kippe. Viele Bereiche des Naturschutzes wären von solchen Änderungen betroffen. Unsere Grundlagen für Trinkwasser, Flüsse sowie letztlich auch unsere Gesundheit wären gefährdet.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Wasser ist Leben. Der Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen steht auf dem Spiel. Bundeskanzler Friedrich Merz will sich offensichtlich dem Druck umweltverschmutzender Industrien beugen und das Vorsorgeprinzip unterlaufen. Dem stellen wir uns entgegen. Es geht darum, zu verhindern, dass auf europäischer Ebene unsere Lebensgrundlage Wasser für Profitinteressen Einzelner aufs Spiel gesetzt wird und notwendige Schutzgesetze ausgehöhlt werden. Wir rufen die Menschen in Deutschland und Europa auf, sich für den Schutz unseres Wassers einzusetzen. Fordern Sie Bundeskanzler Friedrich Merz auf, sich aktiv für den Schutz unserer Umwelt und Gewässer einzusetzen.“
Industrielle Interessen Treiber für weniger Naturschutz
Die Industrie und mächtige Konzerne zapfen kostbares Trinkwasser bereits jetzt in rauen Mengen – teilweise sogar kostenlos. Über das Thema Wettbewerbsfähigkeit der EU wird nun versucht, die europäischen Umweltgesetze weiter zu schleifen, um in Zukunft auch Profit aus der Nutzung der Ressource Wasser zu ziehen.
Bandt: „Es geht um die Trinkwasserversorgung und um die Gesundheit von 450 Millionen Europäerinnen und Europäern – gegenüber kurzfristigen Profiten für wenige Menschen. Der Schutz unserer Natur dient der Daseinsvorsorge und unserer Lebensqualität und somit auch dem Wirtschaftsraum Europa.“
Politische Regulierung für sauberes Wasser
Chemikalieneinträge belasten unser Wasser. Vergangenes Jahr haben BUND-Aktive in ganz Deutschland stichprobenartig Trinkwasser untersucht. In fast allen Proben wurden Ewigkeitschemikalien (PFAS) nachgewiesen, teilweise über dem seit Anfang 2026 geltenden gesetzlichen Grenzwert. Im Rahmen einer groß angelegten Grundwasserstudie hat der BUND 2025 zudem davor gewarnt, dass jeder zweite Landkreis potenziell von Grundwasserstress betroffen ist. Diese Fakten zeigen, dass die Industrie nicht ausreichend reguliert wird.
Bandt: „Deutschland kommt eine Schlüsselrolle zu. Wenn der Schutz unserer Wasserressourcen fällt, zahlen wir alle den Preis, insbesondere unsere Kinder. Die Industrie trägt eine große Verantwortung für unser Wasser. Hier braucht es mehr gesetzliche Regelungen statt weniger Schutzrechte.“
Mehr Informationen:
- Petition: Hände weg vom Naturschutz!
- Informationen zur Kampagne Hands off nature
- BUND Grundwasserstudie
- BUND-Test: PFAS in Trinkwasser
- Kontakt: Sascha Maier, BUND-Gewässerexperte, Tel.: +49 30 27586-532, Mobil: +49 170 571 96 89, sascha.maier@bund.net
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin