Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ Einigung zur Kraftwerksstrategie: Leerstelle Klimaschutz ++
Kommentar
16. Januar 2026 I 010
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Einigung zur Kraftwerksstrategie : Leerstelle Klimaschutz
Zur Einigung zwischen der Bundesregierung und der Europäischen Kommission für den Bau von neuen Gaskraftwerken und anderer steuerbarer Erzeugung erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„Die Einigung bedeutet, dass in Deutschland in den nächsten Jahren sehr viele neue klimaschädliche Gaskraftwerke gebaut werden. Die kurzfristigen Ausschreibungen sind dafür nur der Auftakt. Es gibt keine Strategie wie der Kraftwerkspark klimagerecht umgebaut werden soll.
Klimaschutz spielt bei Bundesministerin Reiche kaum eine Rolle, smarte Lösungen wie Speicher bekommen eine Feigenblatt-Förderung. Das ist eine Energiepolitik von gestern, die klimagerechte, kostengünstige Lösungen vernachlässigt und fossile Geschäftsmodelle subventioniert.
Mit diesen Weichenstellungen droht ein überdimensionierter, kostspieliger fossiler Schattenkraftwerkspark. Indem Ministerin Reiche innovative Lösungen vernachlässigt, bürdet sie der Allgemeinheit unnötig hohe Kosten auf. Wir fordern ein Umsteuern und Priorität für Flexibilität wie Speicher oder Nachfragesteuerung. Das reduziert den Kraftwerksbedarf, senkt die Kosten und macht Deutschland weniger abhängig von Brennstoffimporten.“
Hintergrund:
Von den 12 Gigawatt (GW), die in einer ersten Runde ausgeschrieben werden, sollen nur zwei GW auch anderen Technologien wie Speichern offenstehen. Auf Unterstützung für Dekarbonisierung zu einem klimapolitisch zu späten Zeitpunkt (2040/43) können sich weitere vier GW bewerben.
Schon 2027 und 2029/30 soll es weitere Ausschreibungen geben, sogar für bestehende Anlagen, ab 2032 soll ein Kapazitätsmarkt in Kraft getreten sein. Bundesministerin Reiches neue Gaskraftwerke müssen per Umlage von den Stromverbraucher*innen oder aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Alternativen wie Speicherlösungen oder Nachfragesteuerung, die den Kraftwerksbedarf deutlich senken würden, sind aber kostengünstiger und klimafreundlich.
Mehr Informationen:
- BUND Analyse ‚Smart statt Gas‘ – Anforderungen an den Neubau von Gaskraftwerken:
- BUND-Kurzstudie zu den Kosteneffekten einer Umlage für Gaskraftwerke
- Argumente gegen fossiles Gas
- BUND zur Energiewende
- Kontakt: Tina Löffelsend, Abteilungsleiterin Klimaschutz beim BUND, Mobil: 0176 20067099, E-Mail: tina.loeffelsend@bund.net
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin