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11.02.2021 – 13:17

Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V.

Medienkonferenz online Chemie- und Pharma-Konjunktur Baden-Württemberg am Donnerstag, 11. Februar

Medienkonferenz online Chemie- und Pharma-Konjunktur Baden-Württemberg am Donnerstag, 11. Februar
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Heute haben wir aus Baden-Baden per Online-Medienkonferenz über die Wirtschaftslage in der Chemie-, Pharma- und Lackbranche in Baden-Württemberg informiert.

Zusatzmaterial zum Download finden Sie in unserem Medienbereich:

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Andreas C. A. Fehler

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Information für die Medien

Konjunktur chemische und pharmazeutische Industrie in Baden-Württemberg: Bilanz 2020 und Prognose 2021

Robuste Entwicklung wird sich fortsetzen / Branche profitiert im Land von Pharma

Baden-Baden, 11. Februar 2021. Die Umsätze der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr gegen den allgemeinen Trend um 3,4 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr erwarten die Unternehmen weiter leichtes Wachstum, teilten die Verbände der Branche, Chemie.BW, heute in Baden-Baden mit. In einer Online-Konferenz erläuterte Ralf Müller, Geschäftsführer bei Chemie.BW, dass der hohe Pharmaanteil im Land ausschlaggebend für die robuste Entwicklung der Schlüsselindustrie sei. Er wies allerdings auf Standortschwächen in Deutschland hin: Insbesondere die zunehmende Bürokratie mache den vorwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen extrem zu schaffen.

Umsatzentwicklung und Teilbranchen

Die 22,1 Milliarden Euro Chemie-Umsatz teilen sich in 13,3 Milliarden Euro Auslandsgeschäft (plus 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Anteil am Gesamtumsatz 60 Prozent) und 8,8 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent). Die Beschäftigung blieb mit einem Rückgang von 0,5 Prozent nahezu konstant.

Die Verbände führen die gute konjunkturelle Entwicklung im Wesentlichen auf die Entwicklung der Pharmaunternehmen im Land (37 Prozent Umsatzanteil) zurück. Hier seien Sondereffekte wie Bevorratung und vermehrter Direktabsatz über die Apotheken ausschlaggebend. Hinzu kämen natürlich auch die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen bei Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika für die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Die zweitgrößte Teilbranche, Farben und Lacke (12 Prozent Umsatzanteil) musste 2020 insbesondere in den Bereichen Druckfarben und Industrielacke für den Fahrzeugbau mit deutlichen Einbrüchen fertig werden. Weitere Bereiche wie zum Beispiel Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel konnten das Vorkrisenniveau halten.

Unternehmensumfrage für 2021

In einer repräsentativen Unternehmensumfrage zeigen sich die Unternehmen über alle Teilbranchen hinweg vorsichtig optimistisch. Die Erwartungen liegen hier mehr auf dem – insbesondere europäischen – Auslandsgeschäft. Die negativen Folgen der Corona-Krise hoffen die meisten Unternehmen bis spätestens 2022 überwunden zu haben.

Allerdings sind die kleineren Unternehmen skeptischer als die großen mit mehr als 500 Beschäftigten.

Prognose 2021

Für die Gesamtbranche gehen die Verbände von einem Produktionswachstum von 1 bis 2 Prozent aus. Die Prognose für die Umsätze beträgt 2 bis 3 Prozent Wachstum. Die erwartete Entwicklung bei Beschäftigung und Ausbildung spiegelt die stabile Branchenkonjunktur wider.

Standortschwächen und Strukturprobleme

Das gute Jahresergebnis 2020 dürfe, betonte Müller, nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die gesamte Branche in einem Umbruch befinde. Als Beispiel nannte er die Veränderungen in den Abnehmerbranchen Automobilindustrie und Druckerzeugnisse sowie die Folgen der Energiewende. Hier stehe die Chemie vor einem grundlegenden Umbau.

Außerdem zeige der Industriestandort Deutschland immer deutlicher Wettbewerbsnachteile: „Da werden wir inzwischen links und rechts überholt“, so Müller. Wichtige Faktoren wie beispielsweise ein sachgerechtes Unternehmenssteuerrecht ohne Substanzbesteuerung würden nicht angegangen. Stattdessen nehme die Politik für Mittelständler kaum zu bewältigende Bürokratiemonster wie ein Recht auf Homeoffice auf die Agenda – und vernachlässige eine dringend nötige Arbeitszeitgesetz-Reform.

„Gerade in Baden-Württemberg ist die Chemie- und Pharmabranche von mittelständischen Unternehmen, oft im Familienbesitz, bestimmt. Sie sind standorttreu – aber auch ihre Schmerzgrenze ist irgendwann erreicht“, machte Müller die Erwartungshaltung der Unternehmen an die Politik deutlich.

Zur chemischen Industrie in Baden-Württemberg

In den Verbänden der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg sind derzeit insgesamt 471 Mitgliedsunternehmen mit 108.000 Beschäftigten organisiert. Der Jahresumsatz betrug 2020 ca. 41 Milliarden Euro. Die größten Teilbranchen sind Pharma (37 Prozent), Lacke,

Farben und Bautenschutz (12 Prozent), Leime, Klebstoffe und Mineralöl (8 Prozent) sowie Körperpflege und Waschmittel (7 Prozent). Derzeit bilden die Unternehmen etwa 3.500 Jugendliche aus.

Als Chemie.BW treten die Verbände mit Sitz in Baden-Baden gemeinsam in der Öffentlichkeit auf. Es handelt sich dabei um

- den tarif- und sozialpolitisch tätigen Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V. (agvChemie)

- den wirtschaftspolitischen Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband BadenWürttemberg (VCI).

Der VCI hat in Baden-Württemberg zwei eigenständige Fachverbände:

- den Landesverband Baden-Württemberg des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), und

- die Bezirksgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL).

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